Als Bree Fram im Januar 2024 zum Colonel befördert wurde, schrieb sie Geschichte. Sie war die erste offen transgeschlechtliche Frau in diesem Rang – und eine der höchstrangigen trans Personen im gesamten US-Militär. Weniger als zwei Jahre später war ihre militärische Karriere beendet. Nicht wegen eines Fehlers. Nicht wegen mangelnder Leistung. Sondern wegen eines politischen Erlasses.
Nun tritt Bree Fram erneut an die Öffentlichkeit – diesmal nicht in Uniform, sondern als Kandidatin für den US-Kongress.
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Eine militärische Karriere – und ihr abruptes Ende
Fram stammt aus Mendota Heights im Bundesstaat Minnesota. Nach einem Bachelorabschluss in Luft- und Raumfahrttechnik an der University of Minnesota (2001) erwarb sie einen Master in Raumfahrttechnik am Air Force Institute of Technology (2007) sowie einen weiteren Master in Nationaler Sicherheit und Strategischen Studien am Naval War College (2021).
Mehr als zwei Jahrzehnte lang diente Fram in Uniform, bevor ihre Karriere im Dezember 2025 abrupt endete. Nicht wegen Versagens oder Fehlverhaltens. Nicht, weil sie ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen konnte. Sondern weil die Trump-Regierung entschied, dass transgeschlechtliche Menschen keinen Platz mehr in den Reihen des Militärs hätten.
Foto: Colonel Bree Fram By US Air Force Public Affairs - Bree Fram, the person in the photograph, provided it to me., Public Domain, Link
Colonel Bree Fram
Bereits im Juni 2026 hatte Fram öffentlich gemacht, dass sie von der Space Force beurlaubt worden war und ihre Entlassung bevorstand. Sie habe gewusst, dass es kommen würde, sagte Fram. „Es war, als würde man beobachten, wie sich weit draußen auf dem Meer ein Hurrikan zusammenbraut. Man fragt sich nur: Wo wird er genau auf Land treffen, und wie zerstörerisch wird er sein?“, sagte sie gegenüber WUSA9.
Ihr Abschied aus dem Militär war kein stiller. Die Ruhestandszeremonie fand im Hauptquartier der Human Rights Campaign in Washington statt, geleitet von dem pensionierten Vier-Sterne-General Stanley McChrystal. Keine Feier des Triumphs, sondern ein Akt der Solidarität – für all jene trans Soldat*innen, die ebenfalls aus dem Dienst gedrängt wurden.
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Bree Fram bei der Verabschiedungszeremonie im Hauptquartier der Human Rights Campaign in Washington, D.C., unter dem Vorsitz des pensionierten Vier-Sterne-Generals Stanley McChrystal.
Der Schritt in die Politik
Nun betritt Bree Fram eine völlig neue Arena. Am 20. Januar kündigte die Veteranin an, für den US-Kongress zu kandidieren. Sie lebt in Nord-Virginia und tritt als Demokratin an – in einem Bundesstaat, der vor einer Neuziehung der Wahlkreisgrenzen steht. In welchem Distrikt sie letztlich kandidieren wird, ist noch offen. Dass sie antritt, steht fest.
„Zu viele Amerikanerinnen und Amerikaner haben Angst vor dem, was ihre eigene Regierung ihnen antut, statt darauf zu vertrauen, dass sie für sie arbeitet. Genau deshalb kandidiere ich für den Kongress“, erklärte die 46-Jährige in ihrer Ankündigung.
„Die Erfahrung, aus dem Dienst gedrängt worden zu sein, treibt mich an, für ein Amerika zu kämpfen, das die Würde aller Menschen schützt“, sagt sie. „Jedes Kind sollte wissen, dass es sicher ist, gesehen wird und willkommen ist.“
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Dienst endet nicht mit der Uniform
Für Bree Fram ist der Wechsel vom Militär in den Kongress kein Abschied vom Dienst, sondern dessen Fortsetzung. Sie kämpft nicht aus Rache, sondern aus Verantwortung. Nicht aus Nostalgie, sondern aus Zukunftsdenken. „Ich werde dafür kämpfen, dass unsere Gemeinden in Virginia bezahlbarer werden, unsere Rechte geschützt bleiben und wir eine Regierung aufbauen, die tatsächlich für die Menschen funktioniert. Mein Ziel ist ein zugänglicher, inklusiver amerikanischer Traum – damit Virginia für alle vielfältig, sicher und wirtschaftlich stark bleibt“, fügte sie hinzu.
„Dieses Amerika, an das ich glaube, ist nicht verloren“, sagt Fram. „Es ist es wert, dafür zu kämpfen.“