Von Wien über Tel Aviv bis Seoul: Am vergangenen Wochenende gingen weltweit Hunderttausende Menschen für die Rechte von LGBTIQ*s auf die Straße. Während in Europa und Asien bunte Pride-Paraden stattfanden, standen vielerorts auch politische Forderungen nach Gleichberechtigung und Schutz vor Diskriminierung im Mittelpunkt.
Der Juni gilt weltweit als Pride Month – und das vergangene Wochenende zählte zu den größten Pride-Wochenenden des Jahres. In zahlreichen Städten rund um den Globus versammelten sich LGBTIQ*s und ihre Allys, um für Gleichberechtigung, Akzeptanz und Sichtbarkeit zu demonstrieren.
Wien feiert 30. Regenbogenparade
Ein starkes Zeichen für Sichtbarkeit und Gleichberechtigung setzte am Samstag die 30. Regenbogenparade in Wien. Trotz Regen und Gewittern zogen laut Veranstalter*innen rund 320.000 Menschen über die Wiener Ringstraße und machten die Jubiläumsausgabe zur größten Demonstration für LGBTIQ*-Rechte in Österreich. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur Musik, bunte Kostüme und Feierlaune, sondern auch politische Forderungen nach Gleichberechtigung und dem Schutz queerer Menschen. Die Parade stand unter dem Motto, dass Vielfalt, Respekt und gleiche Rechte weiterhin aktiv verteidigt werden müssen.
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Foto: Max Slovencik / APA / AFP
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Große Pride-Paraden in Bukarest und Sofia, Cardiff und auf Ibiza
Neben Wien fanden auch in mehreren osteuropäischen Hauptstädten bedeutende Pride-Demonstrationen statt. In Bukarest gingen Tausende Menschen auf die Straße und forderten unter anderem rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Auch in Sofia setzte die Community mit einer großen Pride-Parade ein Zeichen für Gleichberechtigung und gegen queerfeindliche Anfeindungen.
In Wales feierte Cardiff mit der Pride Cymru eines der größten LGBTIQ*-Events des Landes. Auf Ibiza bildete die traditionelle Pride-Parade den Höhepunkt mehrerer Tage voller Kultur-, Community- und Partyveranstaltungen.
Mehr als 100.000 Menschen bei Pride in Tel Aviv
Bereits am Freitag gingen auch in Tel Aviv mehr als 100.000 Menschen auf die Straße. Es war die erste große Pride-Parade in der israelischen Küstenmetropole seit zwei Jahren.
Entlang der Strandpromenade demonstrierten die Teilnehmenden für die Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten und verwandelten die Stadt in ein Meer aus Regenbogenflaggen. Begleitet wurde der Umzug von Festwagen, DJs und zahlreichen Community-Gruppen. Neben dem Feiern stand auch hier die politische Botschaft im Mittelpunkt: Die Pride sei ein Zeichen für Demokratie, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Vielfalt.
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Foto: Simon Beni / Middle East Images / Middle East Images via AFP
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Seoul setzt starkes Zeichen in Asien
Auch in Asien wurde am Wochenende für Vielfalt demonstriert. In Seoul kamen Zehntausende Menschen zum Seoul Queer Culture Festival zusammen. Die Veranstaltung gilt als wichtigste Pride-Veranstaltung Südkoreas und findet in einem gesellschaftlichen Umfeld statt, in dem LGBTIQ*-Rechte weiterhin um Anerkennung kämpfen.
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Foto: Jung Yeon-Je / AFP
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Pride bleibt politisch
Trotz ausgelassener Stimmung stand vielerorts die politische Dimension der Pride-Bewegung im Mittelpunkt. In zahlreichen Ländern kämpfen LGBTIQ*-Organisationen weiterhin gegen Diskriminierung, Hasskriminalität und rechtliche Benachteiligungen. Gerade in Zeiten zunehmender queerfeindlicher Kampagnen verstehen viele Teilnehmende Pride daher nicht nur als Fest, sondern auch als Demonstration, um Sichtbarkeit zu schaffen, auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam zu machen und für gleiche Rechte einzutreten. Ob in Europa, Asien oder im Nahen Osten: Pride bleibt immer auch politisch.