Es war eine seiner letzten großen Bühnen – und Keir Starmer nutzte sie für eine Ansage, die es in sich hat. Bei einem Pride-Empfang in der Downing Street am Montag erklärte der britische Premierminister das Unterhaus zum „schwulsten Parlament der Welt".
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Keir Starmer 2026
„Ich bin wirklich stolz darauf, dass wir das schwulste Parlament haben – ich glaube, das schwulste aller Zeiten und weltweit", sagte der Labour-Politiker. „Ich glaube nicht, dass es irgendein Parlament gibt, das schwuler ist als dieses." Ein Video der Rede stellte er tags darauf mit den Worten „Happy Pride Month" selbst auf Instagram. Beim Empfang ließ sich Starmer zudem als „lesbian style icon" feiern – ein Titel, den er sichtlich genoss.
Ganz aus der Luft gegriffen ist der Superlativ nicht: Mindestens 75 Mitglieder des britischen Unterhauses sind offen LGBTIQ*, allein rund 60 davon in Starmers Labour-Partei. Damit gilt Westminster tatsächlich als das Parlament mit den weltweit meisten offen queeren Abgeordneten.
Pikant ist vor allem das Timing. Erst vergangene Woche hatte Starmer nach monatelangem Druck aus der eigenen Partei seinen Rückzug als Labour-Vorsitzender angekündigt; Premier bleibt er nur noch, bis eine Nachfolge geregelt ist. Das Nominierungsverfahren beginnt am 9. Juli, Ex-Bürgermeister Andy Burnham hat seine Kandidatur bereits erklärt. Der Pride-Auftritt geriet so zur Bilanz eines Regierungschefs auf Abschiedstour.
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Andy Burnham 2026
21 Millione Pfund für die queere Sache
Neben dem Lob fürs eigene Parlament kündigte Starmer 21 Millionen Pfund für den weltweiten Einsatz für queere Rechte sowie einen neuen Sonderbeauftragten an, verwies auf den HIV-Aktionsplan mit dem Ziel, Neuinfektionen bis 2030 zu beenden, und erinnerte an die historische Ungerechtigkeit gegenüber LGBTIQ*-Veteran*innen, die einst allein wegen ihrer sexuellen Orientierung aus dem Dienst entlassen wurden.
Ungetrübt ist das Verhältnis zwischen Labour und der queeren Community allerdings nicht. Gerade bei den Rechten von trans Personen werfen Aktivist*innen der Regierung Zögerlichkeit vor – weshalb Starmers vollmundige Selbstbeschreibung nicht überall auf ungeteilte Zustimmung stieß. „Es hat nicht begonnen, als ich Premierminister wurde", sagte er zum Abschied. „Und es endet nicht, wenn ich es nicht mehr bin." *ck/Quelle