Mit der Kampagne „KAPOU OPA!“ wollen LGBTIQ*-Organisationen in Griechenland ein Zeichen gegen Hass und Diskriminierung setzen. Ziel ist es, queerfeindliche Übergriffe sichtbar zu machen, Vorfälle systematisch zu dokumentieren und politischen Handlungsdruck aufzubauen.
Angesichts zunehmender Angriffe auf die LGBTIQ*-Community wurde in Griechenland die neue Kampagne „KAPOU OPA!“ ins Leben gerufen. Hinter der Initiative stehen das queere Magazin ANTIVIRUS, die psychologische Beratungs-Hotline „11528 – Dipla Sou“ sowie die European LGBTQI+ Media Association (ELMA), zu der auch männer* gehört.
Vorgestellt wurde die Kampagne bei einer Veranstaltung im Club Sodade. Im Mittelpunkt standen die Sensibilisierung für queerfeindliche Gewalt, die Dokumentation von Hassverbrechen und die Frage, wie sich Hassrede wirksam bekämpfen lässt.
Foto: avmag.gr
Kampagne Griechenland
Kampagnen-Launch in Athen
Queerfeindlichkeit nimmt weltweit zu
Die Initiative startet in einer Zeit, in der LGBTIQ*-Rechte in zahlreichen Ländern zunehmend unter Druck geraten. Besonders trans Menschen stehen im Fokus politischer und gesellschaftlicher Angriffe. Diese reichen von der grundsätzlichen Leugnung ihrer Identität bis hin zu Bestrebungen, den Zugang zu geschlechtsangleichenden medizinischen Behandlungen einzuschränken.
Bei der Veranstaltung wurde auch die politische Entwicklung in den USA thematisiert. Die Wiederwahl von Donald Trump gilt den Initiatoren als Wendepunkt, der homophobe und transfeindliche Tendenzen weltweit weiter verstärkt hat.
Auch Griechenland erlebt eine zunehmende Polarisierung. Bereits die Debatte um die Einführung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare wurde von massiver queerfeindlicher Rhetorik begleitet. Mit Blick auf den bevorstehenden Wahlkampf befürchten die Organisatoren, dass Hassrede erneut verstärkt Einzug in den öffentlichen Diskurs halten könnte.
Die Kampagne macht deshalb deutlich: Hassrede ist nicht einfach eine Meinungsäußerung und lässt sich auch nicht pauschal mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung rechtfertigen.
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Kampagne Griechenland
Viele queerfeindliche Übergriffe bleiben unsichtbar
Ein zentrales Anliegen von „KAPOU OPA!“ ist die systematische Erfassung von Hassverbrechen und Diskriminierung. Denn viele Fälle von Gewalt, Bedrohung und Belästigung werden niemals offiziell gemeldet.
Die Folge: Das tatsächliche Ausmaß queerfeindlicher Übergriffe bleibt weitgehend im Dunkeln. Ohne belastbare Daten ist es jedoch schwierig, das Problem angemessen einzuschätzen und wirksame politische Maßnahmen einzufordern.
Wie groß die Dunkelziffer sein könnte, verdeutlichen die Zahlen des griechischen Racist Violence Recording Network (RVRN). Laut dessen Jahresbericht wurden 2023 insgesamt 61 Vorfälle registriert, die sich gezielt gegen LGBTIQ*-Menschen richteten.
Diese Zahl bildet allerdings ausschließlich jene Fälle ab, die dem Netzwerk tatsächlich gemeldet wurden. Angst vor weiteren Übergriffen, Unsicherheit und die Hürden einer offiziellen Meldung führen dazu, dass viele Betroffene schweigen und ihre Erfahrungen statistisch unsichtbar bleiben.
Ein geschützter Raum für Betroffene
Genau hier setzt „KAPOU OPA!“ an. Die Kampagne möchte LGBTIQ*-Menschen eine sichere Möglichkeit bieten, selbst erlebte Vorfälle von Hassrede, Diskriminierung und Gewalt zu melden.
Die eingehenden Berichte sollen anschließend an das Racist Violence Recording Network weitergeleitet werden und in dessen jährliche Dokumentation einfließen. Dadurch soll ein umfassenderes Bild der tatsächlichen Situation queerer Menschen in Griechenland entstehen.
Die Initiatoren betonen, dass eine möglichst vollständige Erfassung der Vorfälle entscheidend ist, um konkrete Schutzmaßnahmen und politische Veränderungen vom Staat einzufordern.
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Kampagne Griechenland
Prominente Unterstützung für die Kampagne
Bei der Auftaktveranstaltung wurde auch das offizielle Kampagnenvideo vorgestellt. Die Botschaft ist eindeutig: Hass, Diskriminierung und Gewalt dürfen nicht als gesellschaftliche Normalität hingenommen werden.
Für das Video konnten mehrere bekannte Persönlichkeiten gewonnen werden, darunter Anna Kouroupou, Athinoid (Athina Tsagkaraki), Maria Kavogianni, Natasa Yamali, Fotis Sergoulopoulos und Pantelis Kalogerakis.
Mit „KAPOU OPA!“ wollen die Beteiligten nicht nur auf queerfeindliche Gewalt aufmerksam machen, sondern Betroffenen eine Stimme geben und dazu beitragen, dass Hassverbrechen nicht länger unbeachtet bleiben.
Queerfeindlichen Vorfall melden: Wer in Griechenland Hassrede, Diskriminierung oder ein Hassverbrechen erlebt hat, kann den Vorfall über die Kampagnenwebsite dokumentieren.