Das in Deutschland führende schwule Communityportal ROMEO hat für die Umfrage vom 24. Januar bis zur zum 3. Februar per internem Newsletter rund 642.000 Nutzer aus Deutschland angeschrieben. Geöffnet wurde der Newsletter von 218.395 ROMEOs, den Link zur Abstimmung nutzten letztendlich 60.560 ROMEOs.
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Die Ergebnisse
Grafik: ROMEO
Die CDU folgt den beiden Spitzenreitern mit 17,6% auf dem dritten Platz vor der SPD mit 12,5%. Von den drei kleineren Parteien des aktuellen Bundestages schafft es nur die Linke mit 6,5% über die Fünfprozenthürde.
Jugend und Senioren mit deutlichem Unterschied
1 von 4
Altersgruppe 18 – 24
2 von 4
Altersgruppe 25 – 39
3 von 4
Altersgruppe 40 – 59
4 von 4
Altersgruppe 60+
In der jüngsten Gruppe (n= 3.542) von 18 bis 24 Jahren liegt die AfD sogar bei 34,7% bei aber gleichzeitiger Stärke des linken politischen Rands (19,2% Linke und 5,8% BSW). Die ehemaligen Volksparteien CDU und SPD kommen hier nur knapp über die 5% Hürde.
In der Altersgruppe 25 bis 39 Jahre (n= 16.826) setzt sich dieses Bild mit 32,3% für die AfD fort. Die Linke (9%) und BSW (9%) verlieren hier aber Stimmen, während die Grünen mit 20,9% auf Platz Zwei vorrücken.
Bei Usern ab 40 Jahren ändert sich das Bild langsam, wobei die AfD mit 27,2% immer noch an der Spitze liegt.
Erst bei den über 60jährigen (n=9.263) schiebt sich die CDU mit 21,7% auf dem ersten Platz schiebt, gefolgt von SPD mit 20,8%. In dieser Altersgruppe spielen BSW und die Linke bei den ROMEOs keine Rolle mehr.
Schlussfolgerungen möglich?
ROMEO selbst sieht sich als „neutraler Botschafter für alle unsere Nutzer" und will selbst keine Interpretation der Ergebnisse liefern. Transparent geht das Team allerdings mit Methodik und Limitierungen dieser um und schreibt:
Unsere Methode ist als selbstselektierende Stichprobe bekannt. Wir senden eine In-App-Nachricht mit einem Teilnahmelink an alle Benutzer in einem bestimmten Land. Jeder Interessierte kann anonym teilnehmen. Wir fragen nur nach Alter und Wahlabsicht und verknüpfen die Antworten nicht mit ROMEO-Profilen. Obwohl wir die Links nicht an andere weitergeben, können wir nicht ausschließen, dass andere dies tun. Unser Umfragepartner unternimmt jedoch Schritte, um Mehrfacheinreichungen zu verhindern.
Wir möchten betonen, dass unsere Methode zwar weit verbreitet ist, sich aber im Allgemeinen nicht für statistisch belastbare Wahlprognosen eignet.
Dieses vorausgesetzt kann im Vergleich zu Stimmungsbarometern und Umfragen der letzten Jahre festgestellt werden, dass sich zum Beispiel der Trend einer extremer wählenden Jugend auch unter den ROMEO-Usern ablesen lässt. Dagegen scheint sich das Vorurteil des eher rechts wählenden „alten (schwulen) weißen Mannes" in der Userschaft nicht zu erhärten. Das wäre dann allerdings ebenfalls wieder eine Parallele zum Beispiel zu den Landtagswahlen und der Europawahl im vergangenen Jahr, wo es nur die Senioren waren, die noch erschreckendere Erfolge für die extreme Rechte verhinderten.
Und jetzt?
Zunächst sollte das Ergebnis – egal wie valide es letztendlich ist – ein Weckruf an die Demokraten in den LGBTIQ*-Communitys sein, die Bedrohung durch Rechtspopulisten ernst zu nehmen. Zahllose Beispiele aus anderen Ländern haben gezeigt, dass die vermeintlichen Vorteile zum Beispiel beim Thema innere Sicherheit ein Boomerang waren. Queers in Polen, Ungarn oder jetzt in den USA könnten jedem ROMEO, der mit der AfD liebäugelt sicher gerne zeigen, wie die Realität in einem „Rechts"staat unter rechter Führung für sie aussieht.