Im August sendete die 15-köpfige Belegschaft der Gate Sauna in Berlin Mitte einen Brandbrief an Eigentümer, Hausverwaltung, Politik und Medien. Obwohl monatlich über 3.500 Gäste, darunter viele Touristen, die schwule Sauna besuchen und Mieten immer regelmäßig und pünktlich gezahlt wurden, endet das Mietverhältnis zum Jahresende. Wir fragten nach und die Details lassen wenig Raum für Interpretation über die Gründe der Hauseigentümer.
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Foto: www.gate-sauna.de
Gate Sauna Berlin
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Gab es eine Antwort auf euren Brief?
Die einzige Antwort kam von der Hausverwaltung Stadt & Land. Die beinhaltete auch nur die Bestätigung der Beendigung des Mietverhältnisses zum 31. Dezember.
Wie war die Reaktion aus der Politik?
Es gab einfach keine Reaktion. Außer einem Telefonat, in dem uns das Büro der Linken einlud, an einer Veranstaltung teilzunehmen, wo ein Fall eines schwulen Vereins aus Schöneberg diskutiert werden soll, dem gekündigt wurde. (die AHA, Anm. d. R.)
Wann müsst ihr denn genau schließen?
So wie es aussieht, werden wir am 30. November unseren letzten Tag haben. Wir müssen bis zum 31. Dezember dann noch den Rückbau stemmen. Die elektrischen Anlagen, der Pool und viele andere Einbauten müssen noch raus.
Wie geht es für euch 15 Mitarbeiter weiter?
Wissen wir nicht. Ein neuer Standort kommt jedenfalls nicht infrage.
Ihr seid nicht die Einzigen, die betroffen sind, richtig?
Nein.
Auch beim gleichen Eigentümer?
Ja klar, die B.Ä.R. Grundstücksgesellschaft mbH mit ihrem Geschäftsführer.
Wen hat es denn noch getroffen?
Gegenüber der Sauna hat es die „Sportsbar“ getroffen und direkt nebenan einen vietnamesischen Imbiss. Für uns stellt sich die Frage, wie diese Auswahl zustande kommt. Warum wird Mietern gekündigt, die ihre Miete regelmäßig zahlen, oder werden Verträge nicht verlängert, obwohl es so viel Leerstand im Quartier gibt?
Gibt es überhaupt noch eine Möglichkeit, die Schließung abzuwenden?
Wir haben noch mal einen Brief an die Senatorin für Wirtschaft und Technologie, Frau Yzer, gesendet. Es geht ja immerhin um 15 Arbeitsplätze. Ob da noch was passiert, wissen wir natürlich nicht, der Versuch ist es wert und kostete nur 1,45 Euro. www.gate-sauna.de
Foto: http://www.gay-art-history.org/
Bathers at San Niccolo
Bereits im 16. Jahrhundert wurde schwule Badekultur gemalt. Nicht nur im Orient, wo sie bis heute nicht selten anzutreffen ist. Maler Domenico Cresti (genannt Passignano – 1560–1638)