Foto: Cerro Torre, 2013, © 2026 Darren Almond
„Bei langen Belichtungszeiten sieht man nie, was man gerade aufnimmt. Aber man gibt der Landschaft mehr Zeit, sich auszudrücken.“
Fast jede*r hat heute ein Handy, das technisch perfekte Bilder machen könnte, wenn gewusst wird, wie es zu bedienen ist und wenn ein Funke künstlerisches Können vorhanden ist.
90 Prozent der Bilder, die allerdings auf Social Media zu sehen sind, sind allerdings recht beliebig, gefiltert oder Selfies. Zumindest der „Ich zeige Dir, was ich esse“-Trend ist scheinbar vorerst vorbei. Da tut es doch mehr als nur gut, wenn mal ein Buch erscheint, das grandiose Werke vereint, an denen vorab und während des Prozesses der Fotografie richtig gearbeitet wurde, in denen Ideen und Können stecken.
Hier ist so ein Werk: „Fullmoon“ von Darren Almond. Seit der Jahrtausendwende durchstreift der britische Künstler Landschaften rund um den Globus und hält sie in langen Belichtungen unter dem Licht des Vollmonds fest. Das Ergebnis sind Bilder von irritierender Klarheit: Nächte erscheinen taghell, vertraute Orte entrückt, menschenleere Räume von stiller Dramatik erfüllt.
Foto: Lewisian Gneiss, 2013, © 2026 Darren Almond
Der opulente Band versammelt 370 Bilder und zudem erstmals sämtliche Werkgruppen dieser fotografischen Expeditionen. Zwischen dokumentarischer Präzision und poetischer Verfremdung eröffnen die Aufnahmen eine eigene Wahrnehmungsordnung, in der Zeit gedehnt und Natur zur Bühne eines nahezu metaphysischen Lichts wird. Das über 560 Seiten starke Buch „Fullmoon“ erscheint morgen beim Kölner TASCHEN Verlag, es ist zugleich künstlerisches Meisterwerk und Zierde für jede Buchsammlung und jeden Wohnzimmertisch. www.taschen.com
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