Foto: LEONINE Studios
Zigaretten, Leberkäse, Blasmusik und Alkohol – diese vier Komponenten tauchen auffällig oft in dem eigentlich sonst super familienfreundlichen Film „Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang“ auf, der so ziemlich jedes Klischee verwurstet, das man über Bayern im Kopf hat. Und trotzdem macht der Film richtig Spaß.
Ein Münchner Taxifahrer und waschechtes Original namens Wiggerl (Maximilian Brückner) verunglückt – und findet sich, statt im erwarteten Weißbier-Paradies, ausgerechnet auf Wolken wieder. Und dann in einem prächtigen Gebäude, wo nicht Petrus, sondern Göttin das letzte Wort hat. Und dort herrschen allerdings Zustände, die man in Bayern wohl nur als kulturelle Zumutung bezeichnen würde: Soja-Manna statt Schweinsbraten, Yoga statt Blasmusik, dazu Harfenklänge, die eher nach Wellnesshotel als nach Ewigkeit klingen. Für einen grantelnden Dickschädel wie Wiggerl ist das weniger Jenseits als vielmehr ein pädagogisch fragwürdiges Straflager.
Da Göttin (Ina Müller, rechts oben auf dem Plakat zu sehen (an der Harfe)) oben weder Bock auf Revoluzzer*innen noch auf schlechte Laune hat, wird der Störenfried kurzerhand zurück auf die Erde expediert – versehen mit einer Mission, die sich gewaschen hat: sein karmisches Konto aufzubessern. Gelingt ihm das, winkt ihm eine Verlängerung des irdischen Daseins. Eine Art göttlicher Bewährungshelferdienst also, nur ohne Formularwesen (vermutlich).
Der Haken: Sichtbar ist Wiggerl fortan nur noch für seine Tochter Toni (Momo Beier). Alle anderen – inklusive der von ihm zu Lebzeiten sträflich vernachlässigten Ex-Frau (Hannah Herzsprung) – nehmen ihn nicht einmal mehr als Luftzug wahr. Toni wiederum hat wenig Interesse, dem plötzlich reuigen Vater aus der Patsche zu helfen; die Bilanz seiner Fürsorge fällt, höflich gesagt, überschaubar aus. So beginnt ein ebenso unerquicklich-komischer wie rührend unbeholfener Läuterungsparcours, inklusive Besuch bei SEINEM Vater (Heiner Lauterbach), in dem Wiggerl feststellen muss, dass Selbsterkenntnis ein deutlich zäheres Unterfangen ist als jede Stammtischdebatte. Stück für Stück erarbeitet er sich verlorenes Vertrauen zurück – während die Zeit unerbittlich weiterläuft und sich allmählich die eigentliche Pointe seiner himmlischen Mission herausschält. Nur so viel sei verraten: Es geht um mehr als um Punkte auf einem metaphysischen Konto – und deutlich weniger um Soja. Der Film ist kurzweilig, spaßig. Passt!
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