Lennart Brede– „Broken Knight of Abendland“, 2026, 3D Print, 17h x 9w x 9d cm, © Courtesy of the artist and Anna Laudel Gallery
Im Rahmen der DC Open eröffnet ANNA LAUDEL Düsseldorf in wenigen Wochen mit „ALLEZ GUT“ eine neue Einzelausstellung des Berliner Künstlers Lennart Brede.
Das renommierte Galerienwochenende zählt zu den prägenden Ereignissen des rheinländischen Kunstkalenders und läutet Jahr für Jahr die neue Ausstellungssaison ein – ein Moment des Aufbruchs, in dem Galerien ihre programmatischen Akzente setzen und sich der Blick auf die zeitgenössische Kunstlandschaft verändert. Der Name der vom 4. September – 22. Oktober zu sehenden Werkschau „ALLEZ GUT“ klingt beim ersten Hören wie eine beiläufig hingeworfene Floskel. Eine Verabschiedung, ein Schulterzucken, ein Versuch, Zuversicht zu bewahren, zu zeigen, dass #mensch klarkommt. In einer Gegenwart, die von (Klima-)Krisen, Inflation und Kriegen geprägt ist, wird der Satz zur bewussten Entscheidung, den Glauben an das Gute nicht preiszugeben. Lennart Bredes Ausstellung setzt genau an diesem Moment an: dort, wo Gewissheiten ins Wanken geraten und neue Haltungen entstehen müssen. Im Zentrum steht der „Broken Knight of Abendland“. Der Ritter, eine der aufgeladensten Figuren der europäischen Bildgeschichte, erscheint nicht als Held oder Eroberer, sondern im Moment größter Verletzlichkeit. Er kniet, das Gesicht in den Händen verborgen. Geometrische Fragmente durchziehen seine Rüstung, als würden sie sie zugleich sprengen und zusammenhalten. Zwischen Widerstandskraft und Erschöpfung, Schutz und Offenheit wird die Figur zum Spiegel einer Gegenwart, die alte Gewissheiten verliert, ohne den Wunsch nach Orientierung und Zusammenhalt aufzugeben.
Für Lennart Brede erzählt der Ritter keine klassische Heldengeschichte. Die eigentliche Prüfung beginnt dort, wo die Rüstung ihre Schutzfunktion verliert. Verletzlichkeit wird nicht zum Gegenentwurf von Stärke, sondern zu ihrer Voraussetzung. Erst in diesem Zwischenraum eröffnen sich neue Möglichkeiten der Begegnung – mit sich selbst, mit anderen und mit der eigenen Geschichte. Auch die weiteren Werkgruppen folgen dieser Bewegung der Transformation. Metall wird zu Blüte, Rüstung zu Pflanze. Fotografien lösen sich aus ihrer Fläche und treten als Teppiche, Glasarbeiten oder skulpturale Objekte in den Raum. Immer wieder tauchen florale Motive auf, die tief in Lennart Bredes Biografie verwurzelt sind. Aufgewachsen in einer Floristenfamilie, begreift er Blumen nicht als dekoratives Ornament, sondern als Träger von Erinnerung und Emotion – sie begleiten Liebe, Verlust, Abschied und Neuanfang gleichermaßen. annalaudel.gallery
Wir sind auch auf Instagram:

