Nach dem Abitur im Jahr 1988 studierte er Geografie an der Universität Tübingen, wo er promovierte. Im Jahr 2001 zog King nach Berlin und engagierte sich politisch zunächst in der PDS, später in der Partei Die Linke. Von 2005 bis 2021 arbeitete er als Referent der Linksfraktion im Deutschen Bundestag. Sein Einzug in das Berliner Abgeordnetenhaus erfolgte im Dezember 2021 durch Nachrücken; nach einer zwischenzeitlichen Unterbrechung gehört er dem Parlament seit Juni 2023 erneut an. Dort ist er unter anderem in den Ausschüssen für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien tätig. Im Oktober 2023 trat King aus der Linkspartei aus und schloss sich dem neu gegründeten Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) an, wo er den Parteiaufbau in Berlin koordinierte. Seit Juli 2024 ist er Landesvorsitzender des BSW Berlin und Spitzenkandidat zur Wahl des Abgeordnetenhauses.
Das BSW hofft noch auf seinen Einzug in den Bundestag. Was glaubst du, wie viele Schwule und Lesben die Partei gewählt haben?
Ich persönlich kenne eine ganze Menge Schwule und Lesben, die das BSW gewählt haben. Aber wie repräsentativ das ist, weiß ich nicht. Ich denke, es gäbe jedenfalls viele gute Gründe dafür.
Das BSW hat bislang noch kein Parteiprogramm verabschiedet. Was kann die Community von euch erwarten?
Das stimmt nicht ganz. Wir haben am 25. April ein Wahlprogramm beschlossen, das unter bsw.berlin nachgelesen werden kann. Da wir Schwule und Lesben auch nur Menschen sind, gehe ich davon aus, dass wir im Großen und Ganzen dieselben Bedürfnisse und Forderungen an die Politik haben, wie der Rest der Bevölkerung. Dazu gehört der Einsatz für den Frieden und gegen die Aufrüstung und natürlich gegen die Wehrpflicht, das interessiert vor allem junge Leute. Und dazu gehört insbesondere in Berlin auch die Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum, ein ganz großes Problem gerade im Schöneberger Regenbogenkiez. Wir machen konkrete Vorschläge, wie bezahlbarer Neubau gefördert und Mieten im Bestand begrenzt werden können. Wir wollen echten Schutz von sexuellen Minderheiten vor Gewalt und Diskriminierung. Wir sind aber anders als Linke und Grüne nicht der Meinung, dass wir das mit Gender-Sprache und ideologischer Blindheit erreichen. Wir wollen, dass klar benannt wird, unter welchen Bedingungen und von welchen Personengruppen diese Gewalt ausgeht Nicht um zu stigmatisieren, sondern um Gewaltprävention entsprechend effektiv ausrichten zu können.
Queerfeindliche Übergriffe sind mittlerweile selbst rund um die Motzstrasse an der Tagesordnung. Tut der Senat genug, um homophober Gewalt entgegenzutreten?
Es darf in Berlin keine Räume geben, in denen sich einzelne Bevölkerungsgruppen nicht sicher fühlen können. Um Gewalt im öffentlichen Raum vorzubeugen, wollen wir eine intensivere Streifenpräsenz an kriminalitätsbelasteten Brennpunkten aufbauen. Zu einer innenpolitischen Wende gehört aber auch, dass Gewalttäter, die als Gäste hier sind, als Asylbewerber oder Flüchtlinge, kein Bleiberecht erhalten dürfen und abgeschoben werden. Ich hatte den Senat vor kurzem gefragt, ob er religiöse und kulturelle Hintergründe von homophoben Übergriffen erfasst, und die Antwort war, nein und das sei auch nicht notwendig. Zielgenaue Prävention in Richtung bestimmter Communities gibt es dementsprechend auch nicht.
Bist du in diesem Zusammenhang mit der Arbeit des Berliner Queerbeauftragten zufrieden?
Diese Position sollte sich Berlin sparen und das Geld lieber in Projekte gegen homophobe Gewalt stecken. Einen Beauftragten, der sich vor allem dafür zuständig fühlt, der Welt seine Sicht auf die Welt mitzuteilen, die ich teilweise wirklich absurd finde, brauchen wir nicht.
Innerhalb kurzer Zeit haben wichtige Szenetreffpunkte wie das Berio, das Schwuz oder Brunos aufgeben müssen. Liegt das auch an mangelnder Unterstützung kleiner Gewerbetreibender in Berlin?
Ja, ganz klar. Wir brauchen endlich eine Regulierung der Gewerbemieten bis hin zu einem Gewerbemietendeckel, insbesondere für kleine Gewerbetreibende.