Foto: B. Dummer
Johannes Hallervorden
Der 1998 in Lannion, Frankreich, geborene Intendant und Schauspieler Johannes Hallervorden ist längst aus dem Schatten seines Vaters herausgetreten. Wir sprachen mit dem Berliner Kreativen über seine Passionen und das „Theater Berliner Schnauze“ (demnächst unter dem neuen Namen „Theater am Frankfurter Tor“).
Frisch zurück aus dem Theater, was wurde denn geprobt? Oh, ich bin auf dem Weg zu den Proben. Gerade stehen die Endproben zu „Alle sieben Wellen“ an, der Fortsetzung von „Gut gegen Nordwind“, beides Bestseller-Romane von Daniel Glattauer. Ein toller Stoff, mit dem wir da arbeiten dürfen.
Pushen erfolgreiche Proben oder ist man danach trotzdem kaputt? Eine Probe ist erschöpfend, es ist durchaus emotional und körperlich anstrengende Arbeit. Aufgedreht nach Hause geht man eher nach einer Vorstellung, nach einer Probe fällt man müde ins Bett.
Warum wird das „Theater Berliner Schnauze“ umbenannt? Ja, ab 1. November heißt es „Theater am Frankfurter Tor“. Der Grund ist einfach der, dass ich das Theater damals sehr kurzfristig übernommen habe. Und eigentlich braucht so ein Theater dann mindestens ein Dreivierteljahr Planung, ich hatte zwei Monate ... Ich habe den Mietvertrag im März unterschrieben und im Mai aufgemacht. Es war damals ein Mundarttheater mit Hau-drauf-Humor, inzwischen haben wir feinen Humor und hochwertige Theaterstücke etabliert. Das Publikum ist diesen Weg mit uns gegangen und ich dachte, es sei an der Zeit, diesen irreführenden Namen abzulegen.
Im TV, etwa bei „In aller Freundschaft“ und „Notruf Hafenkante“, als Kolumnist im Radio oder auch auf Theaterbühnen: Es scheint, als gäbe es keinen Tag ohne Auftritt oder Arbeit. Ich habe tatsächlich sehr viel zu tun, versuche mir aber meine Freiräume zwischen Proben und Vorstellungen zu schaffen, um noch ein bisschen Privatleben genießen zu können … (grinst)
Wie gelingt Entspannung?Ich gehe zum Beispiel gerne mit meinem Hund in den Wald, auch mal mit Freunden was trinken oder essen ... Ich versuche, mir einfach schöne Momente zu schaffen.
Im Advent gibt es „Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens“. Worauf können wir uns da freuen? Der Stoff ist absolute Weltliteratur, die wir achten. Was wir auf jeden Fall vorhaben: die Leute geschickt und humorig zu unterhalten, eine schöne Atmosphäre durch Musik zu schaffen und bei all dem die Moral der Geschichte zu achten. Ich glaube, das ist etwas, worauf sich die Zuschauer sehr freuen können!
Kannst du schon etwas zu Silvester verraten? Da gibt es um 14 und 17 Uhr den humorvollen Abend „Was soll das ganze Theater“ mit Marten Sand, mir und den wunderschönen Chansons von Jacques Brel. Und um 20:30 Uhr und 23 Uhr gibt es „DINNER FOR ONE – Was wirklich geschah?“, auch darauf kann man sich wirklich freuen. Weiterhin auf dem Spielplan stehen im Dezember auch „Gut gegen Nordwind“ und unsere Erfolgsproduktion „Corinna und David“, insgesamt fünf Eigenproduktion und zehn Gastspiele. Der Spielplan ist sehr vielfältig geworden, darauf sind wir auch ein bisschen stolz. Man kann fünfzehn Mal zu uns ins Theater kommen und immer etwas anderes sehen!
*Interview: Michael Rädel www.theater-am-frankfurter-tor.de
