Wollen wir nur noch schicke Wohnungen für Besserverdiener*innen, große Einkaufspassagen für Markenartikler*innen oder hat Berlin noch Lust auf Leben? Und zum Leben gehört die Kunst. Die Kunstwelt, die Berlin einst so berühmt und beliebt gemacht hat. Die ist aber in Gefahr!
Im Rahmen eines Pressegesprächs stellten heute Regisseur*in Heinrich Horwitz und zahlreiche Künstler*innen im HAU Hebbel am Ufer in Berlin eine Petition gegen die massiven Mittelkürzungen für den Bereich der freien darstellenden Künste im Entwurf des Bundeshaushalts 2025 vor. Der Kabinettsbeschluss würde „die komplette Streichung der Mittel für das Bündnis internationaler Produktionshäuser und Kürzungen um rund 50% beim Fonds Darstellende Künste, dem Musikfonds und den weiteren Bundeskulturfonds“ vorsehen.
Heinrich Horwitz, Initiator*in der Petition, eröffnete: „Die große Resonanz auf die Petition belegt das öffentliche Interesse, das die Freien Künste auch in der Breite der Gesellschaft erreicht; wie stark ihre bundesweiten und auch internationalen Wirkungen sind. In einer Zeit, in der Diversität und Gleichstellung von Personen mit Marginalisierungs-erfahrungen, Intersektionalität und Gemeinschaftsbildung in den Fokus von Medien, Gesellschaft und Kultur rücken, erleben wir gleichzeitig einen starken Backlash, Gewalt und Retraumatisierung. Wir brauche die Freien Künste, um an einer zukunftsweisenden heterogenen Gesellschaftsbildung arbeiten zu können, um unhörbare Stimmen zu verstärken, Schutzräume zu schaffen, Sichtbarkeit zu erzeugen und um Diskriminierung entgegenzuwirken.“
„Es ist schwer zu begreifen, warum gerade jetzt, warum gerade in einer Zeit wachsender antidemokratischer Kräfte diese Entscheidung getroffen wird. Mit Kahlschlag in der Kultur kennen wir uns aus: 2011/12 waren wir Zeug*innen, wie die rechtsliberale niederländische Regierung ein Fördersystem geschreddert hat, das weltweit als besonders progressiv angesehen wurde. Diese Erfahrung hat gelehrt, dass die Rechtspopulist*innen gar nicht mit in der Regierung sitzen müssen, um Regierungshandeln massiv zu beeinflussen. Wer jetzt bei der Kunst spart, schwächt die Demokratie,“ kontextualisierte Alexander Karschnia von andcompany&Co. die politische Dimension der Entscheidung. www.change.org/p/an-der-freien-kunst-zu-sparen-kostet-zu-viel
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