Foto: Dirk Dehmel
Johannes Hallervorden
Johannes Hallervorden singt sich an Sinatra heran. Das ist beste Unterhaltung!
Es gibt diese Stimmen, die nicht altern, sondern sich im kollektiven Gedächtnis festsetzen wie ein gut gemixter Cocktail: herb, süß, ein wenig gefährlich. Frank Sinatra war eine solche Stimme. „The Voice“, nannte man ihn – und meinte damit nicht nur das Timbre, sondern eine Haltung: Weltläufigkeit, Abgründigkeit, ein Hauch von Trotz. Wer sich heute an diesem Mythos versucht, betritt kein Repertoire, sondern ein Minenfeld aus Erwartungen. Johannes Hallervorden tut genau das.
In seinem Soloprogramm „MY WAY“ nähert er sich ab dem 7. Juni Sinatra nicht als Imitator, sondern als Erzähler. Die Bühne des Amphitheaters des Lakeside Burghotels zu Strausberg wird dabei zur Zeitmaschine. Nicht im Sinne nostalgischer Verklärung, sondern als Versuchsanordnung: Was bleibt von einem Künstler, wenn man die Patina des 20. Jahrhunderts abträgt? So wird aus einer vermeintlichen Nostalgieshow ein kleines Feuilleton auf der Bühne – über Ruhm und Rollen, über Stimme und Identität. Und über die leise Erkenntnis, dass selbst die größten Legenden erst dann wieder lebendig werden, wenn man den Mut hat, sie nicht einfach nachzusingen. www.theater-am-frankfurter-tor.de
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