Bild: Otto Nagel – „Weddinger Jungen“, 1928, Neue Nationalgalerie. Foto: Andres Kilger, © VG Bild-Kunst Bonn, 2026
Mit „Ruin und Rausch. Berlin 1910 – 1930“ richtet die Neue Nationalgalerie den Blick zurück auf ein Berlin, das zugleich taumelte und tanzte. Ausgewählte Werke der Klassischen Moderne verdichten die Jahre zwischen den verklärten kaiserzeitlichen 1910ern und wilden 1920ern zu einem vibrierenden Panorama. Eine Epoche, in der sich die Erschütterungen des Ersten Weltkriegs und die fiebrige Unruhe der Weimarer Republik in das Gesicht der Stadt einschrieben.
Berlin war eine Stadt der Extreme, die hier aufscheint: zwischen Prüderie und Strenge, zwischen elektrisiertem Exzess und existenzieller Not, zwischen neu gewonnener Freiheit und politischer Radikalisierung. Die Metropole wächst, pulsiert, verführt. Und sie verliert dabei immer wieder den Halt.
Rund 35 Werke unterschiedlichster Handschriften lassen diese widersprüchliche Atmosphäre aufleben. In „Potsdamer Platz“ von Ernst Ludwig Kirchner flirrt die Großstadt als scharfkantiges Bühnenbild der Moderne, während „Abend über Potsdam“ von Lotte Laserstein eine stillere, fast melancholische Gegenbewegung formuliert. Und schließlich tritt mit „Bildnis der Tänzerin Anita Berber“ von Otto Dix jene Frau ins Bild, die wie kaum eine andere Figur für die hedonistische Grenzüberschreitung ihrer Zeit steht. Eine packende Ausstellung, die #mensch sehen sollte!
25. April 2026 – 3. Januar 2027, „Ruin und Rausch. Berlin 1910 – 1930“, Neue Nationalgalerie, Potsdamer Straße 50, Di – Mi 10 – 18 Uhr, Do 10 – 20 Uhr, Fr – So 10 – 18 Uhr, www.smb.museum/neue-nationalgalerie
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