Foto: M. Rädel
TANZDEMO
Frischluft en masse, Beats, die antreiben und viele Klubber, die mal im Tageslicht zeigen können, wie sie sonst auf Raves und zu Hause vorm Spiegel zur Tanzmusik abgehen.
Die „TANZDEMO“ ist – der Name verrät es – eine Demonstration der Lebensfreude vieler Liebhaber der elektronischen Musik, nicht mehr und nicht weniger, legal und unter freiem Himmel. Mit dabei ist auch Dragqueen Jacky-Oh Weinhaus von Travestie für Deutschland. Wenn ihr euch jetzt noch an die immer noch notwendigen Maßnahmen und Bestimmungen zur Bekämpfung der andauernden Corona-Pandemie haltet, wird das ein großer Spaß! Los geht es ab 15 Uhr am U-Bahnhof Frankfurter Tor. www.kollektiv-kirsch.de
In den späten 1970er-Jahren begegneten spätere Protagonistinnen der Szene wie Ellen Allien erstmals jener elektronischen Klubmusik, die sich damals gerade erst formierte. DJs setzten ihre Sets aus einem überraschend heterogenen Fundus zusammen: den präzisen Maschinenrhythmen von Kraftwerk, den schillernden Synth-Exzessen des House und High Energy, wie sie etwa Produzenten wie Patrick Cowley oder Giorgio Moroder prägten, dazu Sven Väths und WestBams Underground-Elektro und – nicht zu vergessen – eine gehörige Prise Punk. Aus dieser Mixtur entstand ein Sound, der sich jeder Festlegung entzog. Schon damals galt: Erlaubt war, was die Maschinen hergaben. Techno konnte rasend schnell sein oder brachial, verspielt, ekstatisch oder geradezu euphorisch – ein Genre mit vielen Gesichtern und noch mehr Klangfarben. Dass diese Musik nicht nur im Untergrund funktionierte, zeigte sich bald auch in den Charts. Immer wieder taucht er auch im Popkontext auf, etwa in Produktionen von Paul Kalkbrenner, im EDM-nahen Sound von VIZE oder, je nach Track, bei Acts wie Robin Schulz und Felix Jaehn. So pendelt die Musik weiterhin zwischen Kellerklub und Hitparade – ganz so, wie es ihrer Geschichte entspricht.
Grafik: www.kollektiv-kirsch.de
