Bild: Judit Hideg und Tim Ra
Tim Ra und Jens Strüver
Angesichts einer sich zuspitzenden Menschheitskrise, die nicht weniger als die Grundlagen des Lebens auf der Erde infrage stellt, entwerfen Tim Ra und Jens Strüver eine Gegenutopie: die Vision einer kosmischen Menschheit, die ihre eigenen Begrenzungen hinter sich lässt – nicht durch Technik allein, sondern durch Empathie und Liebe.
Es ist kein Zufall, dass diese Musik in Berlin entsteht – jener Stadt, die wie kaum eine andere für Brüche und deren Überwindung steht, für Mauer und Ekstase, für die Dialektik von Trennung und kollektiver Auflösung, wie sie einst in der Loveparade ihren Ausdruck fand. Hier formt sich ein Klang, der keine Grenzen kennt und im Kosmischen paradoxerweise zu seiner eigenen Menschlichkeit zurückfindet.
Bild: Judit Hideg und Tim Ra
Tim Ra und Jens Strüver
Aus den reichen Sedimenten der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts schöpfend, verweben die beiden Musiker Jazz, Klassik, Exotica und cineastische Avantgarde zu schwebenden Klangräumen. Ihre Musik ist luftig und transparent instrumentiert, häufig von schlagzeuglosen, beinahe schwerelosen Grooves getragen.
Mit ihrem neuen Album „Kosmische Kuriere“ richten sie den Blick ins All – nicht als eskapistische Geste, sondern als erkenntnistheoretische Bewegung: Der Kollaps erscheint hier nicht als Ende, sondern als notwendige Schwelle, als Moment der Transformation. In monatelangen Sessions entstehen so ätherische akustische Visionen einer Welt, die das Trennende überwindet und Differenz nicht als Bedrohung, sondern als Reichtum begreift. Was daraus erwächst, ist mehr als ein musikalisches Projekt: Es ist eine ästhetische Gegenrede zu Hass, Spaltung und Zerstörung. Elegant, hypnotisch, von zeitloser Gelassenheit – und getragen von der leisen, aber insistierenden Behauptung, dass eine Welt ohne Mauern nicht nur denkbar ist, sondern bereits in den Zwischenräumen der Gegenwart Gestalt annimmt. Wunderbar.
25.4., „KOSMISCHE KURIERE – TIM RA JENS STRÜVER RECORD RELEASE PARTY“, Lovelab Dreamspace, Pappelallee 25, U Eberswalder Straße, 18 bis 22 Uhr, lovelab.berlin
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