Bild: Giambattista Moroni – „Porträt des Don Gabriel de la Cueva, später Herzog von Alburquerque“, 1560
Die Sonderausstellung der Gemäldegalerie – Staatliche Museen zu Berlin vereint eine beeindruckende Fülle bekannter, wichtiger und ganz wunderbarer Kunstwerke, bis Mitte März 2027 ist sie geöffnet.
Wie wollen wir gesehen werden? Selfies sind allgegenwärtig, KI-Selfies leider längst keine Zukunftsmusik mehr. Wir verändern unser Gesicht, unsere Haltung, unser Bild – und damit auch die Geschichte, die wir über uns erzählen. Doch der Wunsch nach Selbstinszenierung ist keineswegs neu.
Die Sonderausstellung „Porträts! Überraschende Begegnungen von Botticelli bis Lempicka“ in der Gemäldegalerie folgt dieser menschlichen Sehnsucht über sechs Jahrhunderte. Werke von Botticelli und Lempicka, Dürer und Giorgione, Rubens und Gainsborough oder Therbusch und Largillière treten in überraschende Dialoge.
Dabei wird deutlich: Ein Porträt war nie bloß ein Abbild. Kleidung, Haltung, Blick und Umgebung verraten ebenso viel über den Menschen wie über das Bild, das er von sich vermitteln wollte. Was einst der Maler inszenierte, erledigen heute Kamera und Algorithmus. Die Ausstellung erzählt deshalb nicht nur Kunstgeschichte. Sie stellt eine erstaunlich aktuelle Frage: Sehen wir uns selbst – oder sehen wir das Bild, das wir von uns zeigen möchten?
16.10.2026 – 14.3.2027, „Porträts! Überraschende Begegnungen von Botticelli bis Lempicka“, Kulturforum Berlin, Gemäldegalerie, Johanna-und-Eduard-Arnhold-Platz, Matthäikirchplatz, S+U Potsdamer Platz, Di – So, 10 – 18 Uhr
Bild: Tamara de Lempicka – „Porträt“ 1931
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