Foto: Heiner Blum
Annette Gloser feat. Silke Thoss „Sierretta Nevada“, 2026, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein 2026
Der Frankfurter Kunstverein zeigt in Kooperation mit Heiner Blum und dem Offenbacher Diamant – Museum für Urbane Kultur einen kleinen Ausschnitt aus Frankfurts Subkultur-Geschichte.
Die Ausstellung richtet den Blick bewusst auf Kultur jenseits der „White Cubes“, der Galerien und Museen. Was hier gezeigt wird, blühte meist im Verborgenen, bevor es vom Mainstream aufgesogen wurde: Tape-Art, Skateboard-Style oder Graffiti-Kunst, aber auch Party-Kultur, Musik, Mode und Theater.
Exemplarisch wurden 10 Akteur*innen ausgewählt, die die Szene in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet zwar nachhaltig geprägt haben, aber trotzdem irgendwie immer unter dem Radar liefen und laufen. Der Zeitbogen spannt sich von den 1950er Jahren bis heute – mit einem Schwerpunkt auf die 1990ern und 2000er Jahre.
Foto: Heiner Blum
Leonard Kahlcke und Heiner Blum „Labelstore“ (mit Fotos von Nadine Fraczkowski)
2005, Making of, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein 2026
Queere Positionen fehlen leider, aber mit dabei ist zum Beispiel „Die Schmiere“ als Frankfurts ältestes Kabarett-Theater. Oder Annette Gloser, die in den 1990ern erste Räume für die Off-Szene jenseits des institutionalisierten Kulturbetriebs geschaffen hatte. Oder Schwarzi, einer der wichtigsten Aktivisten der hiesigen Skater-Kultur. Ebenso der Party- und Konzert-Veranstalter, DJ und Künstler Hannibal Tarkan Daldaban, der für die Ausstellung eine Theke gebaut hat, hinter der er sich quasi selbst ausstellt: Wer möchte, bekommt Geschichten aus dem Frankfurter Nachtleben erzählt.
Foto: Frankfurter Kunstverein
Hannibal Tarkan Daldaban an der Theke im Frankfurter Kunstverein. 2026
Begleitet wird die Ausstellung außerdem von einem umfangreichen Programm mit Musik, Vorträgen Gesprächen und Performances – der lebendigste Teil der Schau. Denn die Ausstellungsräume dokumentieren Aktionen, Personen und Orte oft wie Relikte einer aufregenden, aber vergangenen Zeit. Das hat ein Ausstellungsraum eben so an sich. Ist man damals dabei gewesen, weckt das nostalgische Gefühle; ist man nicht dabei gewesen, schlimmstenfalls die Enttäuschung, etwas verpasst zu haben.
Noch bis 17.5., Frankfurter Kunstverein, Markt 44, Frankfurt, Programm über fkv.de