Foto: Courtesy Stiftung Blickachsen gGmbH und Künstler / VG Bild-Kunst
Georg Herold „beef early“, 2012, Aluminium, lackiert, 115 x 510 x 65 cm
Noch bis zum 5. Oktober kann man in Bad Homburg die 14. Ausgabe der Skulpturenbiennale „Blickachsen“ anschauen. Die Idee der Blickachsen-Ausstellung: Zeitgenössische Skulpturen und Installationskunst werden mitten in der Natur präsentiert.
Im Kurpark, im historischen Schlosspark, der an sich schon ein Gesamtkunstwerk ist, und erstmals auch im Gustavsgarten kann man den ganzen Sommer über frei zugänglich zeitgenössische Kunst erleben. Insgesamt sind 35 Werke von 26 internationalen Künstler*innen zu sehen. Mit ihrer Positionierung treten sie nicht nur in Dialog miteinander, sondern immer auch mit der sie umgebenden Natur. Spannend wird dabei auch der Wechsel der Jahreszeiten sein, mit seinen unterschiedlichen Vegetations- und Lichtverhältnissen.
Zu sehen gibt es zum Beispiel Skulpturen von Georg Herold; die knallrote „beef early“ (Biold siehe oben) ist eine sich räkelnde Person, die entfernt an klassische Akte erinnert. Herold benutzt für seine Werke häufig Dachlatten, die er mitunter mit Stoff bezieht und lackiert; für „beef early“ wurde diese Konstruktionen in Aluminium abgegossen und leuchtend rot lackiert.
Foto: Courtesy Stiftung Blickachsen gGmbH und Künstler / VG Bild-Kunst
Julius von Bismarck „Beetle on A Horse“, 2024, verkohltes Holz, 444 x 233 x 125 cm
Julius von Bismarcks „Beetle on A Horse“ erinnert an ein klassisches Reiterstandbild, wie sie in früheren Zeiten oft zu Ehren berühmter Kriegsherren errichten wurden. Bei von Bismarck sitzt jedoch ein vermenschlichter Borkenkäfer in Rüstung auf dem Pferd. Der Borkenkäfer, der sich aufgrund des Klimawandels und wegen nicht-nachhaltiger Bewirtschaftung von Ackerflächen rasant verbreiten konnte und heute verheerende Schäden anrichtet, wird vom Künstler in die Position europäischer Eroberer und Fürsten gesetzt, deren frühere Politik mit der Ausbeutung natürlicher Ressourcen erst die Grundlage für die Ausbreitung des Käfers lieferte. Aus der Ferne wirkt das Standbild wie aus Bronze, bei näherem Betrachten entpuppt sich das verwendete Material als verkohltes Holz.
Die Blickachsen bieten wie immer ein umfangreiches Rahmenprogramm und Führungen durch die Ausstellung.
Noch bis 5. Oktober, Kurpark, Schlosspark und Gustavsgarten, Bad Homburg, www.blickachsen.de