Foto: Barbara Aumüller
Szene aus „Le Roi Arthus“
Die Oper Frankfurt wartet im November und Dezember mit einer Reihe spannender Inszenierungen auf, die die ganze Bandbreite des Hauses widerspiegeln.
Drei Premieren stehen an: Los geht’s am 8. November mit „Le Roi Arthus“ von Ernest Chausson.
Manuel Schmitt inszeniert den Mythos um König Arthur und die Ritter der Tafelrunde als zeitloses Drama um Demokratie, Utopien und dem Scheitern menschlicher Ideale: während Arthur die Affaire seines Freundes Lancelot mit Königin Genièvre verzeihen kann, stürzt der gebrochene Treueschwur die Tafelrunde ins Chaos. Musikalisch werden alle Register gezogen, von Wagner-Klangwucht bis zu impressionistischer Farbfeinheit. Generalmusikdirektor Thomas Guggeis hat die musikalische Leitung, Bariton Domen Križaj ist in der Rolle des Arthur zu sehen.
Foto: Barbara Aumüller
Generalmusikdirektor Thomas Guggeis hat die musikalische Leitung bei „Le Roi Arthus“.
Auch Verdis „Un Ballo in Maschera“ zeigt eine tragische Dreieckskonstellation, hier aus verbotener Liebe, Eifersucht und politischer Verschwörung: Graf Riccardo hat eine Affaire mit der Frau seines besten Freundes Renato. Aus gekränkter Ehre und rasender Eifersucht wird Renato zum Mörder.
Spannend ist in dieser Oper auch eine Nebenfigur: Oscar, ein Pagenjunge am Hof, wird traditionell von einer Sopranistin verkörpert. Seit dem Barock sind diese bewussten Geschlechter-Wechsel ein oft genutztes Stilelement.
Regie führt Andrea Breth, deren Turandot-Inszenierung bereits für ausverkaufte Vorstellungen sorgte.Die „Un Ballo in Maschera“-Premiere ist am 6. Dezember.
Am 19. Dezember folgt im Bockenheimer Depot die dritte Premiere, Händels höfische Tragikomödie „Flavio“. König Flavio ist mehr an leidenschaftlichen Affairen als am Regieren interessiert. Aber er hat nicht nur ein Auge auf die Tochter seines Beraters Ugone geworfen: Obendrein ist der König leidenschaftlich intrigant und spielt Ugone und den Adeligen Lotario gegeneinander aus.
Besonderes Augenmerk gilt hier dem Bühnenbild von Karoly Risz: ein rotierender, quadratischer Raum, der die verschiedenen Schauplätze ineinander verschränkt und damit das Beziehungsgeflecht der Figuren räumlich sichtbar macht.
Die Rolle des Königs Flavio wird von der Mezzosopranistin Cláudia Ribas gesungen, in der Rolle des Guido ist der junge Countertenor Iurii Iushkevich zu hören.
Oper Frankfurt, Willy-Brandt-Platz, Frankfurt, alle Spieltermine über oper-frankfurt.de