Foto: Achim Plum
Mit einem intensiven neuen Tanzstück meldet sich der in Peru geborene und seit 2021 in Deutschland lebende peruanische Tänzer und Choreograf Carlos Díaz Torres zurück.
„Weapons of Tender Friction (WTF)“ ist eine kraftvolle Studie über die Mechanismen des gegenseitigen Begehrens: Zwei männliche Körper sind im Raum, sie umkreisen sich, berühren und umarmen sich und wehren sich gleichzeitig ab. Die Tänzer ringen um eine Intimität, in der die Grenzen zwischen Anziehung und Aggression verschwimmen. Unterstützung wird zu Druck, Nähe verwandelt sich in Konfrontation, Lust grenzt an Gewalt.
Foto: Achim Plum
Proben zu „Weapons of Tender Friction (WTF)“
Erotische Begegnungen sind immer auch Orte der Macht. Und meist geht es dabei um tief verankerte, traditionelle Rollenbilder: Männlichkeit zeichnet sich eben immer noch durch Dominanz und Kontrolle anstatt durch Souveränität und Empathie aus. Carlos Díaz Torres zeigt, wie sehr auch unser Begehren durch diese traditionellen Rollenbilder strukturiert wird: wer führt, wer gibt nach, wer nimmt, wer lässt zu?
Das Stück handelt auch davon, wie schnell diese vertrauten Rollen instabil werden, wenn die Dynamiken nicht mehr festgeschrieben sind, sondern immer wieder neu verhandelt werden. Dabei kommt eine zusätzliche Frage auf: Ist die Verleugnung der eigenen Emotionen auch eine Form von Gewalt gegen sich selbst? Es tanzen Carlos Díaz Torres, Francisco Chavez und Juan Cruz Luque.
18. – 20.6., Gallus Theater, Kleyerstr. 15, Frankfurt, 20 Uhr, gallustheater.de