Foto: Switchboard
Das Switch-Kultur-Team: obere Reihe von links nach rechts: Robert Ruckdäschel, Ralf Rehm, Ksandr Prock, Phil Klink, Christian Kaufmann. Untere Reihe von links nach rechts: Ralf Döblitz, Josefine Liebing, Lucas Weigand.
Das Switchboard im Frankfurter Bermudadreieck ist mehr als ein Café und eine Bar: Im Community-Treff finden auch regelmäßig Kulturveranstaltungen statt, die mit Konzerten, Theater, Film, Kunst, Lesungen, Travestie- und Drag-Shows bis hin zu regelmäßigen Partys die ganze Vielfalt der queeren Community zeigen.
Seit 2011 werden die „Switch-Kultur“-Events von einem achtköpfigen, ehrenamtlichen Team organisiert – wir haben Phil, Ralf D. und Josi zum Interview getroffen.
Phil, du bist seit 2024 der Leiter des Switch-Kultur-Teams; wie bist du dazu gekommen?
Phil: Ich engagiere mich seit Anfang 2023 wieder ehrenamtlich im Barteam des Switchboards, nachdem ich das zwischen 2007 und 2010 schon einmal tat. Im Herbst 2023 sprach mich ein Mitglied des Kultur-Teams an und fragte, ob ich nicht Lust hätte, die Leitung für das Projekt zu übernehmen. Zu dem Zeitpunkt war Ralf noch der AG-Leiter, wollte sich aber aus persönlichen Gründen etwas zurückziehen. Ich schaute mir die Arbeit im Kultur-Team an und habe dann ziemlich schnell zugesagt.
Wie erstellt ihr das monatliche Kulturprogramm fürs Switchbaord?
Ralf D: Wir bekommen entweder Anfragen von extern und prüfen dann gemeinsam im Team, ob die Veranstaltung realisierbar ist. Oder ein Gast aus dem Switchboard oder dem Barteam hat eine Idee, über die wir dann zusammen sprechen. Natürlich entwickeln wir darüber hinaus auch selbst Konzepte. Erfolgreiche Events wie zum Beispiel „Shine on Stage“ oder das „Benefiz-Bingo“ sind Veranstaltungen, die in unserem Team geboren wurden.
Seid ihr eine feste Gruppe, oder können Interessierte ins Team einsteigen? Was muss man mitbringen?
Phil: Wir sind momentan acht Leute im Team, von denen alle für bestimmte Dinge zuständig sind. Von den Kunst-Ausstellungen, über die Technik, das Bühnenbild inklusive der Deko bis zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird schon Einiges abgedeckt. Bei Interesse sprecht uns einfach persönlich oder per Mail an [email protected]. Die reine Lust am Mitgestalten und etwas Zeit für regelmäßige Treffen genügen erst mal als Voraussetzung.
Die meisten Veranstaltungen können fürs Publikum kostenlos angeboten werden. Hängt das mit der Förderung der Stadt zusammen?
Josi: Ja, die Förderung durch die Stadt ist dafür natürlich eine wichtige Grundlage. Sie ermöglicht uns, viele Veranstaltungen kostenfrei und damit sehr niedrigschwellig anzubieten. Gleichzeitig kommt aber auch viel durch ehrenamtliches Engagement und Kooperationen zustande.
Für die Programmplanung gibt uns die Förderung vor allem Sicherheit und Spielraum. Wir müssen also nicht bei jeder Veranstaltung überlegen, ob sie sich über Eintrittsgelder trägt, sondern können auch Dinge ausprobieren und Formate anbieten, die für die Community wichtig sind. Dadurch entsteht diese große Vielfalt – von Musik und Ausstellungen über Kino bis hin zu ganz einfachen Begegnungsangeboten.
Was sind eure Switch-Kultur-Empfehlungen für Oktober?
Phil: Am 3. Oktober gibt es bei uns eine Premiere: „Las Calles Del Sur“ (Die Straßen des Südens), das ist ein interkulturelles Kunst- und Communityformat mit Musik, Tanz und kreativen Ausdrucksformen. Rund um die Frankfurter Buchmesse finden im Switchboard Lesungen statt, am 16. Oktober findet bereits zum sechsten Mal der Queer Slam statt und beim „Grand Prix sur le Main“ kürt Frankfurt am 23. Oktober seinen ESC-Favoriten der letzten Jahrzehnte.
Kultur im Switchboard, Alte Gasse 36, Frankfurt, Kontakt über [email protected], facebook.com/switchboard.frankfurt