Im Juni startet der Pride Month. Weltweit bekennen sich Menschen zur Vielfalt queeren Lebens, feiern Sichtbarkeit und kämpfen für Gleichberechtigung. Warum ein ganzer Monat? Weil ein Wochenende nicht reicht, um auf Diskriminierung, Gewalt, rechtliche Hürden und Unsichtbarkeit aufmerksam zu machen. Pride Month bedeutet: Zeit, Raum und Aufmerksamkeit für queere Geschichten und Forderungen.
Aufkleber Aoteroa NZ Pledge
Pledge NZ Aufkleber 2019
Drei Begriffe spiegeln zentrale Anliegen der LGBTIQ*-Community wider
In Frankfurt findet 2025 zum dritten Mal ein stadtweiter Pride Month statt. Vom Juni bis Juli soll die Stadt von queerer Vielfalt geprägt sein, mit dem CSD als Höhepunkt. Das Monatsmotto lautet: „Pride für alle! Liebe, Solidarität und Zusammenhalt.“ Inhaltsstärker wirkt das Motto des Frankfurter CSD: „Nie wieder still – Frankfurt ist #laut“. Der veranstaltende CSD-Verein schließt sich damit einem bundesweiten Aufruf an, den auch Städte wie Stuttgart und Karlsruhe nutzen. Die Botschaft: Die Community bleibt laut, wachsam und fordert ein, dass zentrale Anliegen ernst genommen werden. „Nie wieder still“ ist ein Appell, Ungerechtigkeiten zu benennen und die eigene Stimme zu nutzen.
Von Mottos zu Maßnahmen
Schön, dass der Pride Month langsam mehr wird als ein Begriff. Anfänglich war er kaum mehr als eine Worthülse – das schwingt im diesjährigen Motto noch mit: Liebe, Solidarität und Zusammenhalt bleiben vage. Ebenso beliebig wären Begriffe wie Respekt, Vielfalt und Offenheit oder auch Teilhabe, Dialog und Perspektiven.
Mit etwas inhaltlicher Auseinandersetzung ließe sich mehr Substanz schaffen. In Neuseeland begegnete mir ein verblasster Aufkleber der Pride-Saison 2019: Visibility, Safety, Inclusion. Drei Begriffe, die universelle Bedürfnisse beschreiben – hier wie dort. Sie stehen für Sichtbarkeit, Sicherheit und Inklusion und spiegeln zentrale Anliegen der LGBTIQ*-Community wider.
Sichtbar. Sicher. Inklusiv.
Diese drei Leitbegriffe sind keine Floskeln. Sie zwingen zur Positionierung. Wer sichtbar machen will, muss zeigen. Wer Sicherheit garantieren will, muss Strukturen schaffen. Wer inkludieren will, muss Ressourcen bereitstellen. Das Motto des Frankfurter Pride Month wirkt im Vergleich dazu weichgespült. Was guttun würde? Ein ähnlich klares Bekenntnis und Schwerpunkte – abgeleitet aus den Realitäten queerer Menschen. Sichtbarkeit. Sicherheit. Inklusion.
mit KI erstellt
Sichtbar-Sicher-Inklusiv
Pride ist kein Zustand. Pride ist eine Haltung. Und eine Agenda.
Es müssen nicht zwingend diese drei Schlagworte sein, auch wenn hier großer Nachholbedarf besteht: Queere Menschen sind im Alltag oft unsichtbar, besonders außerhalb urbaner Räume. Selbst dort sind sie nicht immer sicher: Erst vor wenigen Wochen wurde ein schwuler Mann am Rand des Frankfurter Regenbogenviertels von einer Männergruppe angegriffen. Und intersektionale Perspektiven fehlen: Queere Menschen mit Migrationsgeschichte oder mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen sind unterrepräsentiert oder ausgeschlossen. Daraus ließen sich Formate entwickeln, Forderungen ableiten, Gespräche führen. Denn Pride ist kein Zustand. Pride ist eine Haltung. Und eine Agenda.