Zwischen großen Gefühlen und intimen Momenten entfaltet die Oper Köln im Mai und Juni ein Programm, das klassische Stoffe neu befragt und überraschend verdichtet. Von kammerspielartigen Psychodramen bis hin zu opulenten Bühnenwelten reicht die Spannbreite – immer mit dem Anspruch, bekannte Werke aus ungewohnten Perspektiven erlebbar zu machen und neue Zugänge zur Oper zu öffnen.
Aidas Rivalin (Musik von Giuseppe Verdi u. a.)
Noch bis 7. Juni, Theater im Bauturm, Aachener Str. 24-26, Köln
In dieser Produktion wird Verdis „Aida“ zum kammerspielartigen Psychodrama. KS Dalia Schaechter verkörpert Amneris, die in einer Psychiatrie auf ihr Leben zurückblickt. Dabei meistert sie die gesamte Partitur allein und thematisiert in Begleitung von zwei Musiker*innen den klassischen Rollen- und Bühnenkonflikt zwischen Mezzosopran und Sopran. Musikalisch verschmelzen Oper, Jazz und Neue Musik zu einem unorthodoxen Sound, der das Monumentalwerk auf ein intimes Porträt reduziert. Kooperation mit Theater im Bauturm, Tickets für 28 Euro über Theater im Bauturm.
Foto: Teresa Rothwangl
Aidas Rivalin
Oper Köln / Theater im Bauturm AIDAS RIVALIN
Idee: KS Dalia Schaechter, Musikalische Leitung: Theresia Renelt, Inszenierung: Arne Böge, Darsteller*innen: KS Dalia Schaechter, Dorrit Bauerecker, Kurt Fuhrmann
Picture a day like this (George Benjamin und Martin Crimp)
Noch bis 24. Mai
Mit „Picture a day like this“ bringt die Oper Köln die deutsche Erstaufführung von George Benjamins neuester Oper auf die Bühne. Das Werk erzählt die universelle Suche einer Frau nach einem wahrhaft glücklichen Menschen, um ein Wunder zu bewirken. Unter der musikalischen Leitung von Christian Karlsen entfaltet sich ein emotionales Psychodrama, das Oper, Videokunst und farbige Klänge vereint. Ein hochkarätiges Ensemble, darunter Adriana Bastidas-Gamboa und John Brancy, gestaltet diese dichte Erzählung in sieben Szenen.
Foto: Sandra Then
Oper Köln PICTURE A DAY LIKE THIS
Musikalische Leitung: Christian Karlsen, Inszenierung, Bühne, Dramaturgie, Licht-Design: Daniel Jeanneteau / Marie-Christine Soma, Kostüme: Marie La Rocca, Darsteller*innen: Adriana Bastidas-Gamboa, Emily Hindrichs, Elizabeth Reiter, Cameron Shahbazi, John Brancy
Turandot (Giacomo Puccini)
Noch bis 7. Juni
Puccinis letzte Oper ist ein exotisch-schillerndes Märchen von der Aufdeckung der tiefsten menschlichen Geheimnisse. Um die Hand der Prinzessin Turandot zu gewinnen, muss Prinz Calaf drei Rätsel lösen, wobei er sein Leben riskiert und schließlich durch die Macht der Liebe ihr kaltes Herz besiegt. Regisseurin Lydia Steier inszenierte „Turandot“ als Bühnenspektakel mit außergewöhnlich vielen Mitwirkenden, das die ganz große Bühne im Staatenhaus zum Leben erweckt. Und nicht zu vergessen: In dieser Oper singt Prinz Calaf „Nessun dorma“, die wohl berühmteste Tenor-Arie überhaupt!
Foto: Bernd Uhlig
Turandot
Oper Köln TURANDOT
Musikalische Leitung: Felix Bender, Regie: Lydia Steier, Bühne + Video: Momme Hinrichs, Kostüme: Ursula Kudrna, Licht: Andreas Grüter, Darsteller*innen: Olga Maslova, Alexander Fedin, Lucas Singer, Andrea Shin, Gabriela Legun, Insik Choi, John Heuzenroeder, Martin Koch, Wolfgang Stefan Schwaiger
Tancredi (Gioacchino Rossini)
Premiere: 20. Juni, Weitere Vorstellungen bis 23. Juni
Mit dem Opernthriller „Tancredi“ katapultierte sich der 21-jährige Rossini 1813 an die Weltspitze. Die Handlung folgt Amenaide, die gegen ihren Willen verheiratet werden soll, während ihre Liebe zu Tancredi sie in ein Netz aus Verrat und Clan-Fehden zieht. Rossinis Frühwerk besticht durch virtuose Soli, den Belcanto-Hit „Di tanti palpiti“ und eine klassische Hosenrolle für die Titelpartie. Die Inszenierung von Jan Philipp Gloger verlegt das Drama in eine moderne Machowelt und fokussiert sich unter der Leitung von George Petrou auf die Liebe zweier Frauen, die um Selbstverwirklichung kämpfen. Ein Meilenstein der romantischen Oper.
Foto: Karl Forster
Tancredi
Oper Köln TANCREDI
Musikalische Leitung: George Petrou, Regie: Jan Philipp Gloger, Bühne: Ben Baur, Kostüme: Justina Klimczyk, Licht: Martin Gebhardt, Darsteller*innen: Adriana Bastidas-Gamboa, Giuliana Gianfaldoni, Dmitry Ivanchey, Gabriele Sagona, Johanna Thomsen, Wesley Harrison, Chor der Oper Köln, Gürzenich-Orchester Köln
Oper Köln im StaatenHaus, Rheinparkweg 1, Köln-Deutz, Infos und Tickets unter www.oper.koeln/de