Sie gilt als das kulturelle Zentrum Brasiliens und ist berühmt für ihre von der UNESCO als Weltkulturerbe geschützte Altstadt. Salvador de Bahia ist aber auch ein Zentrum der LGBTIQ*-Szene, die jedes Jahr im September ihren Pride feiert.
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Salvador Bahia
Es war der 1. November 1501, als der portugiesische Seefahrer Gonçalo Coelho erstmals in der von ihm benannten „Allerheiligenbucht“ anlandete und sogleich Handel mit den dort ansässigen Ureinwohnern trieb. Offiziell gegründet wurde Salvador de Bahia im Jahr 1549 von Tomé de Sousa, der im Auftrag des portugiesischen Königs mit mehr als tausend Landsmännern, darunter den ersten Jesuiten, eine Festung im heutigen Stadtteil Barra errichtete. Bis 1763 fungierte Salvador als Brasiliens Hauptstadt, die vor allem durch den Handel mit Zucker reich wurde und zur Mitte des 17. Jahrhunderts als größte Stadt der Südhalbkugel galt. Die Bevölkerung bestand zur Hälfte aus afrikanischen Sklaven, die auf den Plantagen eingesetzt wurden. Bis zur Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1888 wurden über eine Million Afrikaner nach Salvador verschleppt. Deren Sprache, Musik, Speisen, Religion und Kunst verschmolzen im Laufe der Jahrhunderte zu einem einzigartigen Mix, der Salvador zu einem Zentrum der afro-brasilianischen Kultur werden ließ.
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Salvador Bahia
Altstadt von Salvador
Gold & Götter
Bei einem Spaziergang durch das Altstadtviertel Pelourinho, das seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, bekommt man ein erstes Gefühl, wie sich brasilianische, europäische und afrikanische Einflüsse vermischen. Mächtige Kirchen und Klöster sowie bunte Wohnhäuser aus dem 18. Jahrhundert bilden das größte zusammenhängende Barockensemble Südamerikas. Zu den beeindruckendsten Kirchen gehört die Igreja da Ordem Terceira de São Francisco, die in ihrem Inneren über und über mit Gold ausgestattet ist. In der Igreja da Ordem Terceira de Nossa Senhora do Rosário dos Pretos feierten vor allem aus Afrika stammende Sklaven ihre Gottesdienste, die sich mit Ritualen ihrer ursprünglichen Religionen vermischten. Candomblé ist als Religion in Salvador allgegenwärtig und drückt sich am sichtbarsten in bunten Armbändern aus, die Touristen überall in der Stadt angeboten werden – natürlich gegen einen gewissen Obolus. Wer sich näher mit Candomblé, seinen Gottheiten, Ritualen und spirituellen Anführern beschäftigen möchte, kann einen der sogenannten Terreiros besuchen. Der Terreiro do Gantois gehört zu den wichtigsten Candomblé-Tempeln der Stadt und wird seit seiner Gründung Mitte des 19. Jahrhunderts nur von Frauen geleitet. Seiner bekanntesten Priesterin, Mãe Menininha do Gantois, ist neben dem Tempel ein kleines Museum gewidmet, das ihren Wohnraum, Kleidung, Schmuck, Kultgegenstände und Erinnerungsfotos zeigt.
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Salvador Bahia
Karneval & Gay Pride
Die Casa do Carnaval da Bahia widmet sich dagegen dem wichtigsten kulturellen Ereignis des Jahres. Salvadors Straßenkarneval ist der größte des Landes, tagelang ziehen rund um den Rosenmontag Musikgruppen und große Festwagen durch verschiedene Viertel der Stadt und versetzen die Drei-Millionen-Metropole in den Ausnahmezustand. Das im Pelourinho gelegene Museum zeigt anhand von Fotos, Filmen und Exponaten die historische Entwicklung, dazu Kostüme und Musikinstrumente der bekanntesten Musikgruppen (Blocos) – darunter Olodum, Filhos de Gandhy oder den bei Salvadors LGBTIQ*-Szene beliebten Bloco Cortejo Afro. Während des Karnevals feiern Schwule, Lesben und Queers vor allem in der Nähe des Leuchtturms Farol da Barra – einem der historischen Wahrzeichen der Stadt. Von hier aus startet im September auch der Gay Pride, der wie eine Miniversion des Karnevals daherkommt und bei dem sich die Energie aus Lebensfreude, Emotion und Erotik beinahe greifen lässt. Bevor sich am späten Nachmittag riesige Trucks mit Musikbands in Bewegung setzen und entlang der Strandpromenade Avenida Oceânica rollen, treten auf einer großen Bühne vor dem Leuchtturm Dragqueens, Bands und andere Künstlerinnen und Künstler auf. Begleitet werden die Trucks von Tausenden Menschen, die sich tanzend durch die Straßen schieben. Ebenfalls zum Pride-Wochenende gehört das queere Musikfestival LGBTRICOLOR, das im Pelourinho stattfindet und ein abwechslungsreiches Programm bietet.
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Salvador Bahia
Gay-Klub San Sebastian
Tanz durch die Nacht
Neben der Szenebar Bar do Fua liegen in Salvadors Altstadt auch das Büro der ältesten LGBTIQ*-Organisation Brasiliens Grupo Gay da Bahia, die unter anderem den Pride veranstaltet, sowie die Räume der Casarão da Diversidade. In dem queeren Zentrum gibt es Informationen zu den Themen Gesundheit und Diskriminierung, aber auch praktische Hilfe in allen Lebenslagen. Während viele schwule Bars wie jene in der kleinen Gasse Beco dos Artistas der Covid-Pandemie zum Opfer gefallen sind, hat der im Stadtteil Rio Vermelho beheimatete Klub San Sebastian die Zeit unbeschadet überstanden. Hier legen am Wochenende bekannte Szene-DJs mit Sets am Puls der Zeit bis in den frühen Morgen auf. Direkt daneben und mit einem Durchgang verbunden liegt der kleinere, ebenfalls schwule Klub Amsterdam, auf dessen dunkler Tanzfläche sich die Feiernden eng aneinanderdrängen. Nach durchtanzter Nacht finden sich im Laufe des Sonntagnachmittags vor allem schwule Männer am Nordende des kleinen Stadtstrands Porto da Barra ein. Der an sich schmale Streifen wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, allerdings sorgt die geschützte Lage für unbeschwerten Badespaß im stets warmen und klaren Wasser. Zudem erlebt man hier brasilianisches Beach Life wie im Bilderbuch: günstige Caipirinhas, der nie endende Sound von fliegenden Händlern und ein Blick auf durchtrainierte Männer, die hier Ball spielen oder entspannt in der Sonne liegen.
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Salvador Bahia
Boutique-Hotel Flor do Mangue
Entspannt auf der Insel
Wer es ruhiger mag, kann sich vom Hafen Salvadors in Richtung Meer aufmachen. Die Baía de Todos os Santos ist die größte Meeresbucht Südamerikas und zugleich Namensgeberin des brasilianischen Bundesstaates Bahia. Auf gut 1.000 Quadratkilometern erstreckt sich das Gebiet, über das sich mehr als fünfzig Inseln verteilen. Ein für Tagesausflüge beliebtes Ziel ist die Ilha dos Frades mit ihrem zauberhaften Sandstrand Ponta Nossa Senhora de Guadalupe, an dem es sich locker ein paar Stunden aushalten lässt. Auf den Inseln rund um Salvador gibt es zudem zahlreiche Boutiquehotels, in denen man ein paar Tage ausspannen kann, so etwa das Flor do Mangue auf Itaparica oder die einst von einem schwulen Paar eröffnete Pousada Santa Clara auf Boipeba.
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Salvador Bahia
Praia do Forte
Geschichte & Natur
Ebenfalls berühmt für seine langen, von Palmen gesäumten Strände ist die Region nördlich von Salvador. Nur etwa neunzig Autominuten von Salvador entfernt liegt Praia do Forte – ein ehemaliges Fischerdorf, das sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der charmantesten Reiseziele an der Küste Bahias entwickelt hat. Trotz moderner Hotels, zahlreicher Bars, Boutiquen und einer bunten Flaniermeile für Fußgänger hat sich der Ort seinen ursprünglichen Charme bewahrt: Palmenalleen, bunte Fischerboote und die entspannte Atmosphäre erinnern noch immer an die beschaulichen Anfänge. Das Herzstück des Ortes ist der weitläufige, feinsandige Strand. Flach abfallend und gesäumt von Kokospalmen eignet er sich perfekt für lange Spaziergänge oder ein Bad im Atlantik. Bei Ebbe bilden sich natürliche Pools in den Korallenriffen – kleine Lagunen, in denen bunte Fische zwischen den Steinen wimmeln. Wer sich sportlich austoben möchte, findet zahlreiche Möglichkeiten: Schnorcheln, Surfen, Kajakfahren oder Stand-up-Paddling sind ebenso beliebt wie Ausritte auf Pferden. Auf einem Hügel über dem Ort liegt eines der ältesten Gebäude Brasiliens aus der Kolonialzeit. Von den Ruinen des Castelo Garcia d’Ávila, das vor wenigen Jahren um ein modernes Museum erweitert wurde, bietet sich ein fantastischer Blick auf die Küste. Ein weiteres Highlight in Praia do Forte ist das Projeto Tamar, das seit den 1980er-Jahren bedrohte Meeresschildkröten an den Küsten Brasiliens schützt. Bei einer Führung über das Gelände sieht man nicht nur verschiedene Arten dieser Reptilien, sondern erfährt alles über deren Biologie, Lebensraum und alltägliche Herausforderungen. Zu den Höhepunkten gehört dabei eine Exkursion frühmorgens an den Strand, um schlüpfenden Schildkrötenbabys auf dem Weg ins Meer zuzusehen. Ein Erlebnis von vielen, das man nach einem Besuch in Salvador de Bahia nicht so schnell vergisst.
INFO
ANREISE
Iberia fliegt zweimal täglich ab vielen deutschen Flughäfen über ihr Drehkreuz Madrid nach São Paulo. Von dort gibt es Verbindungen unter anderem mit LATAM und GOL zum internationalen Flughafen Salvador (SSA). www.iberia.com
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Salvador Bahia
Gay Beach Farol da Barra
HOTEL
Im Herzen des pulsierenden Viertels Rio Vermelho in Salvador empfängt das Novotel Salvador Rio Vermelho Reisende mit modernem Komfort. Mit rund 202 Zimmern, darunter viele mit Balkon und teils mit Meerblick, besticht das Haus durch eine Rooftop-Poolbar, ein Restaurant mit ausgewählter regionaler Küche sowie ein Fitnesscenter. Das Hotel ist Teil des TravelProud-Programms von Booking.com und befindet sich nur wenige Gehminuten vom schwulen Klub San Sebastian entfernt. www.all.accor.com
TERMIN
Jedes Jahr im September findet ein Pride in Salvador statt, der von der Grupo Gay da Bahia organisiert wird. Neben Veranstaltungen im Vorfeld, wie einem queeren Musikfestival in der Altstadt Pelourinho, ist der Höhepunkt eine Parade, die vom Leuchtturm Farol da Barra mit großen Musik-Trucks die Strandpromenade entlangzieht. www.grupogaydabahia.com.br