Sie gehört zu den abgelegensten Regionen Europas und bietet neben grandiosen Landschaften aus Bergen, Gletschern und Eis einen einzigartigen Lebensraum für eine Vielzahl von Vögeln, Robben und Walen. Während einer Kreuzfahrt um die Inselgruppe Spitzbergen hat man zudem auch gute Chancen, dem König der Arktis zu begegnen.
Foto: Swan Hellenic
Swan Hellenic
Ursus maritimus – Eis- oder auch Polarbär genannt – ist das größte an Land lebende Raubtier der Erde. Wobei der Eisbär streng genommen zu den Meeressäugetieren zählt, da er sich den größten Teil seines Lebens auf dem Packeis der Polarregion aufhält. Damit teilt er sich den Lebensraum mit Buckel-, Beluga- und Narwalen, Walrossen und anderen Robbenarten. Vorträge über Eisbären oder andere Highlights der Arktis gehören zum Alltag von Henri. Der 23-jährige Bremer arbeitet als Expeditionsguide auf der SH Diana, einem luxuriösen Schiff der Reederei Swan Hellenic, die sich auf außergewöhnliche Expeditionskreuzfahrten rund um die Erde spezialisiert hat. Auf der SH Diana reist der passionierte Marathonläufer und Triathlon-Athlet Henri in die abgelegensten Winkel der Erde, um mit den Passagieren aufregende Abenteuer zu erleben. Während seines Medizinstudiums in Köln bekam der begeisterte Hobbyastronom die Anfrage, eine Sonnenfinsternis-Kreuzfahrt mit Vorträgen an Bord zu begleiten. Für ihn der Start in ein völlig neues Leben. Die Begeisterung für seinen Job merkt man dem jungen Crewmitglied schnell an. Besonders die Polarregionen haben es Henri angetan. „Antarktis und Arktis fühlen sich an wie ein anderer Planet. Gewaltige Gletscher, Stille, Eisberge. Und die Tiere: Walrosse, Eisbären, Robben, die neugierig ans Boot kommen. Aber auch das Leben an Bord ist besonders – mit Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt wird das Schiff zum schwimmenden Zuhause“, so Henri.
Foto: Dirk Baumgartl
Swan Hellenic
Expeditonsguide Henri
Nahe am Nordpol
Die SH Diana ist das neuste Schiff der Swan-Hellenic-Flotte. 2023 in Dienst gestellt, ist das luxuriöse Boutique-Kreuzfahrtschiff prädestiniert für Reisen in die Polarregionen und vereint modernste Technologie und gehobenes Design mit dem Anspruch an exklusive Erlebnisreisen in entlegene Regionen. Mit der Polar Class PC6 ist der verstärkte Rumpf fähig, einjähriges Eis mit bis zu einem Meter Dicke zu brechen, was dem Schiff ermöglicht, an die Eisgrenze etwa 900 Kilometer südlich des Nordpols zu fahren – den bevorzugten Lebensraum des Eisbären. Die SH Diana misst knapp 125 Meter Länge und ist für nur 192 Gäste ausgelegt – eine bewusst kleine Kapazität, die Exklusivität garantiert. Das unterstreicht auch Henri, der bereits auf größeren Schiffen anderer Reedereien gearbeitet hat: „Die Schiffe von Swan Hellenic sind kleiner, moderner, persönlicher. Es geht um echtes Erleben, nicht um Masse. Ich liebe das Design, die Atmosphäre, die Offenheit. Mein Lieblingsort ist das Swan’s Nest, die Aussichtsplattform ganz vorne am Bug. Ich mag es, dort zu stehen, während Delfine mit uns durchs Eis schwimmen.“
Foto: Swan Hellenic
Swan Hellenic
Elegantes Design
Die Kabinen und Suiten ab einer Größe von zwanzig Quadratmetern sind allesamt mit privatem Balkon oder großen Panoramafenstern ausgestattet und setzen auf skandinavisch inspiriertes Design: Helle Hölzer, dezente Farbtöne und großzügige Raumaufteilung sorgen für eine wohnliche, aber elegante Atmosphäre. Zur Ausstattung des Schiffs gehören mehrere Restaurants, darunter das Hauptrestaurant mit internationaler Küche sowie ein Grillbereich an Deck. Die Panorama-Lounge mit Bibliothek bietet den idealen Platz für Vorträge und Ausblicke auf die durchfahrenen Regionen, während ein Spa mit Sauna, Dampfbad und Behandlungsräumen für Entspannung sorgt. Ein Fitnessbereich, ein kleiner Infinitypool und ein Whirlpool auf dem Außendeck runden das Angebot ab. Technologisch ist das Schiff auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und verfügt über ein modernes Rumpfdesign, Abgasreinigungssysteme und fortschrittliche Abwasseraufbereitung, um auch sensible Regionen wie die Arktis oder Antarktis ansteuern zu können, ohne Spuren zu hinterlassen.
Foto: Swan Hellenic
Swan Hellenic
Volles Programm
Besonderen Wert legt Swan Hellenic auf das Expeditionsprogramm: An Bord befindet sich modernstes Equipment wie Zodiacs und Kajaks für Landgänge und Erkundungen. Um die Tierwelt besser beobachten zu können, steht in jeder Kabine ein Fernglas bereit, das man auf Erkundungsgänge und -fahrten mitnehmen kann. Ein warmer, wind- und wasserabweisender Parka, ein wasserdichter Rucksack sowie eine Wasserflasche gehören ebenso zur Grundausstattung für jeden Passagier. Ein mehrköpfiges Expeditionsteam – darunter Meeresbiologen, Geo- bzw. Glaziologen, Ornithologen und Historiker – sorgt dafür, dass kaum eine Frage unbeantwortet bleibt. Dabei reicht die Bandbreite der Vorträge von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen über geschichtliche und geopolitische Entwicklungen bis zur Symbolik von Seefahrer-Tattoos. Für die Expeditionsguides wie Henri gibt es also jede Menge zu tun. Seinen Tagesablauf beschreibt er wie folgt: „Früh aufstehen, Kaffee trinken, raus auf die Brücke zum Eisbären-Scouten. Vor jeder Landung sichern wir das Gebiet, denn der Eisbär ist hier die größte Gefahr. Dann Zodiac-Touren, Vorträge halten, abends die Zusammenfassung für die Gäste vorbereiten. Die Tage sind lang, oft bis zu 14 Stunden, aber es fühlt sich nie wie Büroarbeit an. Die Natur gibt Energie zurück.“
Foto: Swan Hellenic
Swan Hellenic
Geschichte & Natur
Eine Expedition in den Archipel von Spitzbergen, der international auch Svalbard genannt wird, ist immer eine Reise zurück in die Geschichte der Polarforschung. Je nach Wetterlage und Eisbedingungen werden neben spektakulären Naturwundern – darunter die Vogelkolonie am Alkefjellet oder die Walrosskolonie am Kap Lee – auch geschichtsträchtige Orte wie Ny-Ålesund besucht. Der kleine Ort gehört zu den nördlichsten Siedlungen der Erde, die das ganze Jahr über bewohnt sind, und der vor allem internationalen Forschungsteams als Stützpunkt dient. Als nördlichster Hafen der Erde war Ny-Ålesund (damals zumeist Kings Bay genannt) der Startpunkt für verschiedene Arktisexpeditionen, darunter die Expeditionen von Roald Amundsen zusammen mit Lincoln Ellsworth mit Dornier-Flugbooten und zusammen mit Umberto Nobile mit dem Luftschiff Norge sowie dessen Expedition mit dem Luftschiff Italia. Der eiserne Mast, von dem aus das Luftschiff zu seinem Erkundungsflug aufbrach, steht heute noch am Rande der Siedlung. Fester Anlaufpunkt einer jeden Spitzbergen-Rundfahrt ist Longyearbyen, das als Verwaltungssitz der Inselgruppe fungiert. Etwa 2.500 Menschen leben in der Kleinstadt, die auf eine über 100-jährige Geschichte als Bergbausiedlung zurückgeht.
Foto: Swan Hellenic
Swan Hellenic
Noch heute sind die Relikte des Kohlebergbaus überall in der Stadt gegenwärtig. Da hier auch große Frachter und Kreuzfahrtschiffe anlegen können, hat sich der Tourismus zu einem wichtigen Standbein von Longyearbyen entwickelt. Neben zahlreichen Geschäften gehört das moderne Svalbard Museum zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Hier wird die 400-jährige Siedlungsgeschichte des Archipels anhand zahlreicher Exponate erzählt, dazu gibt es ausführliche Informationen zur arktischen Flora und Fauna. Ende August bzw. Anfang September findet in Longyearbyen das nördlichste Pride-Festival der Welt statt, um Vielfalt und Inklusivität zu feiern. Seit seiner Gründung im Jahr 2019 erstreckt sich das Festival über mehrere Tage mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, darunter eine farbenfrohe Pride-Parade, Konzerte, Partys für Jugendliche und Erwachsene sowie Filmvorführungen. Für viele Kreuzfahrten rund um Spitzbergen ist Longyearbyen Start- bzw. Zielhafen. Für Expeditionsguide Henri steht erst einmal Urlaub an: „Bald starte ich in Frankfurt bei meinem zweiten Ironman – darauf trainiere ich gerade. Und dann geht’s wieder aufs Schiff. Wahrscheinlich mit Swan Hellenic, denn hier stimmt für mich einfach alles: die Orte, das Team, der Spirit.“