Wer in Berlin vom barocken Überschwang des Schlosses Charlottenburg über die Straße tritt, landet unvermittelt in einer anderen Zeit. Im Bröhan Museum beginnt jene Epoche, in der Europa lernte, Schönheit neu zu denken: geschwungene Linien des Jugendstils, die luxuriöse Geometrie des Art Déco, schließlich die kühle Klarheit der Moderne. Kaum ein anderes Haus in Berlin erzählt so eindringlich vom Übergang des 19. ins 20. Jahrhundert – von einer Welt zwischen Ornament und Funktion.
Seinen Namen verdankt das Haus dem Sammler Karl H. Bröhan (1921– 2000), dessen Leidenschaft für Kunsthandwerk und Design den Grundstein der heutigen Sammlung legte. Was einst als private Obsession begann, wurde zu einer der bedeutendsten Kollektionen des europäischen Jugendstils und Art Déco. Seit den 1980er Jahren ist das Museum im ehemaligen Kasernengebäude gegenüber dem Schloss untergebracht – ein reizvoller Kontrast aus preußischer Strenge und dekorativer Avantgarde. www.broehan-museum.de

