Foto: M. Rädel
Touko Valio Laaksonen aka Tom of Finland (8. Mai 1920 – 7. November 1991) ist DER homosexuelle Zeichner überhaupt. Weltweit kennt, sammelt und benutzt man seine erotischen, mitunter auch pornografischen Männerbilder. Tom ikonisierte den schnauzbärtigen Leder- oder auch Uniform-Kerl, er machte den Daddy auch in der Kunst begehrenswert.
Der Künstler studierte Kunst in Helsinki und zeichnete Werbemotive, bevor er 1957 seine ersten Arbeiten von hyper-maskulinen Kerlen im US-Magazin „Physique Pictorial“ veröffentlichte. Von diesem Moment an war der Mythos Tom of Finland geboren, der vor allem der schwulen (Fetisch-) Welt jede Menge fantasievoller Vorlagen liefert.
Seine Männer sind stark, gut bestückt und immer wild darauf, ineinandergesteckt zu sein. Tom brachte es auf den Punkt, aber mit zeichnerischer Perfektion. Und: Er zeigte erstmals seit der Antike einen selbstbewussten und starken schwulen Mann, kein Opfer der Gesellschaft!
Die gemeinnützige Tom-of-Finland-Stiftung (ToFF) wurde 1984 vom kanadischen Geschäftsmann, Filmregisseur und Verleger Durk Dehner und seinem Freund Tom gegründet. Ursprüngliches Ziel der Stiftung war es, das umfangreiche künstlerische Erbe Toms zu bewahren, der sich weltweit als bedeutender Vertreter homoerotischer Kunst etabliert hatte.
Im Laufe der Jahre erweiterte die Stiftung ihren Aufgabenbereich und entwickelte sich zu einem Schutzraum für vielfältige Formen erotischer Kunst. Damit reagierte sie auf die zunehmende gesellschaftliche Ausgrenzung und Zensur von Kunstwerken, die Sexualität thematisierten oder sexuelle Empfindungen auslösten. Bis heute engagiert sich die ToFF dafür, das öffentliche Bewusstsein für den kulturellen und künstlerischen Wert erotischer Ausdrucksformen zu stärken und einen offeneren, toleranteren Umgang mit Sexualität zu fördern.

