Zohran Mamdani hat die Bürgermeisterwahl in der Ostküstenmetropole gewonnen. Der Demokrat setzte sich deutlich gegen den von Trump unterstützten Kandidaten Andrew Cuomo durch. In Trumps Heimatstadt New York wird Mamdani nun als erster Muslim Bürgermeister – ein Vierteljahrhundert nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eine kleine Sensation.
Der Linkspolitiker Zohran Mamdani hat die Bürgermeisterwahl in New York gewonnen – und damit Geschichte geschrieben: Als erster Muslim wird er die Ostküstenmetropole regieren. Der Demokrat setzte sich deutlich gegen den von Trump unterstützten Kandidaten Andrew Cuomo durch. In Trumps Heimatstadt ist Mamdanis Sieg ein politisches Signal – und ein Symbol, ein Vierteljahrhundert nach den Anschlägen vom 11. September 2001, für ein anderes, offeneres Amerika.
Seinen Erfolg bei der Bürgermeisterwahl in New York bezeichnete Mamdani als wegweisend für den Umgang mit US-Präsident Donald Trump. „Wenn jemand einer von Donald Trump betrogenen Nation zeigen kann, wie man ihn besiegt, dann ist es die Stadt, die ihn groß gemacht hat“, sagte Zohran Mamdani am Wahlabend in seiner Siegesrede vor seinen Anhänger*innen. „In dieser Zeit politischer Finsternis wird New York das Licht sein.“
Im Wahlkampf setzte Mamdani vor allem auf ein Thema: Bezahlbares Leben für alle. Mamdani verspricht, New York für die gut acht Millionen Einwohner wieder bezahlbarer zu machen – etwa durch einen Mietpreisdeckel, kostenlose Busse oder Kitas sowie städtisch geführte Lebensmittelgeschäfte. „Friert die Mieten ein“ und „Eine Stadt, die wir uns leisten können“ lauteten seine Slogans. Bezahlen will er dies mit höheren Steuern für Wohlhabende und Unternehmen.
Mit breitem Lächeln, federndem Gang und einer zugewandten Art erinnert Mamdani nicht wenige an den jungen Barack Obama. Unterstützt wurde Mamdani vom linken Flügel der Demokraten und unabhängigen Politiker*innen wie dem früheren Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders. Das Establishment der Demokraten betrachtete den Durchstarter dagegen teils mit Argwohn.
Ally der queeren Community
Zohran Mamdani gilt als Fürsprecher der queeren Community und Verfechter von LGBTIQ*-Rechten. Wenige Tage vor der Wahl besuchte er das Papi Juice, ein in Brooklyn ansässiges Künstlerkollektiv, das sich zum Ziel gesetzt hat, das Leben von queeren und trans* Personen of Color zu bestärken und zu feiern. Bei Mamdanis herzlicher Art geht einem das Herz auf.
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Von Queens ins Rathaus
Mamdani ist Sohn der indischen Regisseurin Mira Neir, deren Film „Salaam Bombay!“ 1988 für einen Oscar nominiert wurde, und des ugandischen Politologen Mahmood Mamdani. Er wurde 1991 in Uganda geboren und kam mit seinen Eltern im Alter von sieben Jahren nach New York. Er besuchte gute Schulen, versuchte sich als Rapmusiker und beriet vor seiner Wahl zum New Yorker Abgeordneten Bürger*innen bei Räumungsklagen. Seit 2018 ist er US-Staatsbürger.
Politisch hat Mamdani einen Blitzaufstieg hingelegt: Noch vor einem Jahr war der Abgeordnete aus Queens im Parlament des Bundesstaats New York nahezu unbekannt. Mit einer geschickten Kampagne in Onlinemedien und zehntausenden freiwilligen Wahlhelfer*innen gelang es ihm, vor allem bei jungen Leuten zu punkten. Sie sehen ihn als Hoffnungsträger gegen Trump und verkrustete politische Strukturen in den USA.
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Hass, Hoffnung und der lange Schatten des 11. September
Dabei war Mamdani – ähnlich wie früher Obama – unaufhörlich Schmähungen ausgesetzt. Trump-Anhänger versuchen hartnäckig, das Gerücht am Leben zu halten, Mamdani habe sich den US-Pass mit Falschangaben erschlichen. Immer wieder wird lautstark seine „Abschiebung“ gefordert. Im Wahlkampf fanden sich im Internet Karikaturen wie eine Freiheitsstatue mit schwarzen Ganzkörperschleier. Rechtsgerichtete Medien wie Fox News werfen ihm vor, den „Heiligen Krieg“ (Dschihad) gegen Ungläubige zu unterstützen und Geld von Terrorgruppen anzunehmen.
Selbst Mamdanis aussichtsreichster Gegner Andrew Cuomo, selbst Demokrat, spielte auf dieser Klaviatur. Der mit 67 Jahren fast doppelt so alte Cuomo kicherte laut hörbar, als der bekannte Podcaster Sid Rosenberg Mamdani unterstellte, er würde über neue Anschläge nach dem Muster des 11. September „jubeln“. Cuomo war Mamdani bei der Vorwahl der Demokraten im Sommer deutlich unterlegen und trat nun als Unabhängiger an. Sein Comeback ging allerdings gehörig schief – womöglich auch, weil Trump ihn unterstützte. *AFP/sah