New York lässt sich nicht verbieten: Nur wenige Tage nach der Zwangsentfernung durch die Trump-Administration weht die Pride-Flag wieder am Stonewall National Monument. Während Aktivist*innen vor Ort Fakten schaffen, zieht die New Yorker Politik nun auch rechtlich nach: Eine neue Resolution fordert den dauerhaften Schutz der LGBTIQ*-Geschichte.
Die Antwort der Community auf den „Flaggen-Bann“ aus Washington ist deutlich. Nachdem die Trump-Regierung unter Berufung auf bürokratische Vorschriften die Regenbogenflagge vom historischen Stonewall-Denkmal entfernen ließ, ist das Symbol des queeren Widerstands seit Donnerstag wieder zurück an seinem Platz. Gleichzeitig holt der New Yorker Stadtrat zum politischen Gegenschlag aus.
Der Donnerstag: Aktivismus korrigiert Politik
Am Donnerstag, den 12. Februar, versammelten sich zahlreiche Menschen am Christopher Park, um die Wiederanbringung der Flagge zu feiern. Anwesend waren neben lokalen Aktivist*innen auch der Präsident des Stadtbezirks Manhattan, Brad Hoylman-Sigal, sowie der demokratische Kongressabgeordnete Jerry Nadler.
Foto: Timothy A. Clary I AFP
Großer Jubel bei den Aktivist*innen und den Bürger*innen New Yorks
Nadler fand deutliche Worte für das Vorgehen der Regierung: Man werde nicht zulassen, dass Trump die LGBTIQ*-Geschichte auslöscht. Doch bei der Zeremonie lief nicht alles nach Plan: Die Politiker hatten einen provisorischen Fahnenmast organisiert, der jedoch deutlich kleiner war als der offizielle Mast. Das Ergebnis: Die Regenbogenflagge hing optisch fast auf „Halbmast“ unter der US-Flagge.
Das wollten die anwesenden Aktivist*innen, darunter Jay W. Walker, so nicht stehen lassen. Sie ignorierten die „halbgare“ Lösung und befestigten die Pride-Flag kurzerhand am offiziellen Seilzug – dort, wo sie hingehört. Walker erklärte am Rande der Proteste: „Sie versuchen, alles auszulöschen, was die Geschichte des Kampfes marginalisierter Gemeinschaften in diesem Land akkurat wiedergibt.“. Jetzt weht der Regenbogen wieder unübersehbar.
Der Samstag: Stadtrat verabschiedet „Resolution 269“
Der Widerstand beschränkt sich nicht nur auf den Park. Am Samstag (14. Februar) zog der New Yorker Stadtrat (City Council) politisch nach und verabschiedete die „Resolution 269“. Der Beschluss, der bereits am Mittwoch den zuständigen Ausschuss einstimmig (6-0) passiert hatte, fordert den US-Kongress offiziell auf, einzuschreiten. Ziel ist es, die LGBTIQ*-Geschichte am Stonewall National Monument gesetzlich so zu schützen, dass sie nicht mehr von den Launen einer Regierung abhängt.
Die Botschaft aus New York an das Weiße Haus ist damit eindeutig: Ihr könnt die Flaggen abhängen, aber wir hängen sie wieder auf – und wir kämpfen dafür, sie im Gesetz zu verankern. *ck/Quellen PinkNews / Tagesspiegel