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„Ich möchte dem Mann neben mir danken, meinem wunderbaren Ehemann Van.“ Mit diesen Worten feierte demokratischer Politiker Chris Pappas (rechts im Foto) seinen Sieg bei der Wahl zum US-Senat in New Hampshire. Er zieht damit als erster offen schwuler Mann in der Geschichte der Vereinigten Staaten in den US-Senat ein und übernimmt den Sitz der langjährigen demokratischen Senatorin Jeanne Shaheen, die nicht erneut zur Wahl angetreten war.
Eine politische Dynastie geschlagen
Nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen (Stand 4.11.26, 13:00 Uhr) in New Hampshire setzte sich Pappas mit 56,21 Prozent (331.447 Stimmen) klar gegen den republikanischen Herausforderer John E. Sununu durch, der 41,94 Prozent (247.329 Stimmen) auf sich vereinte.
In Fernsehdebatten forderte Pappas eine Abkehr von der bisherigen Politik: „Unser Land ist bereit für Veränderungen.“ Es brauche eine „neue Generation von Führungskräften im US-Senat, die die Probleme versteht, vor denen New Hampshire steht.“
Vom Familienrestaurant ins Kapitol
Die Wurzeln des designierten Senators liegen tief in Manchester, New Hampshire. Seine Familie betreibt dort in der vierten Generation das Restaurant „Puritan Backroom“. Pappas, der das Lokal als Mitinhaber führt, betonte im Wahlkampf immer wieder seine Bodenständigkeit. Seine akademische und politische Laufbahn ist allerdings nicht weniger beachtlich: Nach einem Studium der Regierungslehre an der Harvard University, wo er für die Studentenzeitung The Harvard Crimson schrieb, begann er seine Karriere im Repräsentantenhaus von New Hampshire. Später arbeitete er als Bezirksschatzmeister und im Executive Council des Bundesstaates. Seit 2019 vertritt er New Hampshire im US-Repräsentantenhaus. Pappas lebt mit seinem Ehemann Vann Bentley in Manchester.
Privates Glück
Privat lebt Pappas mit seinem Ehemann Vann Bentley in Manchester. Das Paar hatte sich im Dezember 2021 verlobt und im Februar 2023 das Ja-Wort gegeben. Pappas teilte diese Neuigkeit damals öffentlich auf Twitter mit den Worten: „Vann und ich freuen uns sehr, mitteilen zu können, dass wir geheiratet haben!“. Er fügte hinzu: „Wir schätzen uns so glücklich, einander gefunden zu haben und unser gemeinsames Leben aufzubauen, und wir sind dankbar für die Liebe und Unterstützung von Familie und Freunden.“ Zuvor hatte der Politiker im Repräsentantenhaus auch als Co-Vorsitzender des Congressional Equality Caucus fungiert, welche eine Fraktion im US-Kongress ist, die sich für die Förderung der LGBTIQ*-Rechte in den Vereinigten Staaten einsetzt.
Chris Pappas Politik
Politisch gilt Pappas als moderater Demokrat und lösungsorientierter Pragmatiker. Im Repräsentantenhaus gehörte er dem überparteilichen Problem Solvers Caucus an. Seine Agenda fokussiert sich auf konkrete Entlastungen und wirtschaftliche Stabilität. Zu seinen zentralen Errungenschaften und Zielen gehören die Deckelung der Insulinkosten auf 35 US-Dollar, der Ausbau der Gesundheitsversorgung (Affordable Care Act) sowie die Stärkung der heimischen Industrie durch den CHIPS and Science Act. Er gilt zudem als entschiedener Verfechter von Abtreibungsrechten. Auch im Technologie-Sektor bezieht er klar Stellung: Pappas fordert strenge Sicherheitsrichtlinien für Künstliche Intelligenz und ein verbindliches Mitspracherecht von Gemeinden beim ressourcenintensiven Bau neuer Datenzentren. In der Einwanderungspolitik wählte er einen differenzierten Ansatz: Er verlangt striktere Grenzkontrollen und den verstärkten Einsatz von Technologie gegen den Fentanyl-Schmuggel, positioniert sich aber gleichzeitig scharf gegen die „Massendeportationen“ der Trump-Administration.
*Quellen: house.gov, jec.senate.gov, Citizens Count (NH), NPR