Die US Air Force verweigert allen Transgender-Soldaten mit 15 bis 18 Dienstjahren beim Militär die vorzeitige Pensionierung und entlässt sie stattdessen ohne Rentenansprüche aus dem Militär, wie aus einem Memo hervorgeht, das Reuters vorliegt.
Transgender und nichtbinäre Militärangehörige der US Air Force mit 15 bis 18 Dienstjahren sollen Berichten zufolge zum Ausscheiden aufgefordert oder zum Austritt gezwungen werden, ohne dass ihnen jene Rentenleistungen zustehen, die langjährigen Mitgliedern der Luftwaffe normalerweise zustehen.
Laut einem durchgesickerten Memo, das Reuters vorliegt, haben die Soldat*innen die Wahl: Sie können entweder kündigen und erhalten eine pauschale Abfindung in einer Höhe, die normalerweise jüngeren Soldat*innen zusteht, oder sie müssen mit einer Zwangsentlassung aus dem Militär rechnen, die mit einer unehrenhaften Entlassung einhergehen könnte und den Veteran*innen weitere Vergünstigungen entziehen würde.
„Nach sorgfältiger Prüfung der einzelnen Anträge lehne ich alle Ausnahmen von den Richtlinienanträgen der Temporary Early Retirement Authority (TERA) in den Registerkarten 1 und 2 für Mitglieder mit 15 bis 18 Dienstjahren ab“, heißt es in dem Memo vom 4. August, das von Brian Scarlett, dem stellvertretenden Luftwaffenminister für Personal- und Reserveangelegenheiten, unterzeichnet wurde.
Zuvor war laut The Guardian etwa „einem Dutzend“ trans* Militärangehörigen mit 15 bis 18 Dienstjahren eine vorzeitige Pensionierung genehmigt worden, so wie es in einem Memo vom Mai dieses Jahres vorgesehen war. Nun wurden mehreren Soldat*innen diese Genehmigungen wieder entzogen mit der Begründung, diese seien „zu früh genehmigt“ worden.
Foto: Andrew Caballero-Reynolds / AFP
US-POLITICS-TRUMP
Donald Trump besteigt die Air Force One (3. Juli 2025).
„Verrat an der direkten Verpflichtung gegenüber diesen Soldaten“
Der Schritt ist die jüngste Eskalation der Regierung von Präsident Donald Trump, die Transgender vom Dienst in der US-Armee ausschließen und alle derzeit dienenden Personen aus dem Militär entfernen will.
Shannon Minter vom National Center for LGBTQ Rights nannte das Memo „verheerend“. Die finanziellen Auswirkungen aufgrund des Entzugs von Leistungen seien gravierend und würden trans* Soldat*innen im Laufe ihres Lebens Hunderttausende von Dollar kosten. Außerdem sei es „schlicht ein Verrat an der direkten Verpflichtung gegenüber diesen Soldaten“, so Minter.
„Wie sage ich meiner Familie, dass wir keine Altersversorgung erhalten?“
Besonders niederträchtig erscheint in diesem Zusammenhang ein internes Frage-und-Antwort-Merkblatt der Luftwaffe, das Reuters neben dem Memo ebenfalls vorliegt. Als wären der Grausamkeiten nicht schon genug, liefert das Merkblatt vorformulierte Antworten auf die Frage, „Wie sage ich meiner Familie, dass wir keine Altersversorgung erhalten?“. Die Antworten:
Konzentrieren Sie sich auf die Vorteile, die Sie behalten (GI Bill, VA-Vorteile, Erfahrung)“
„Betonen Sie, dass dies kein schlechtes Licht auf Ihre Leistungen oder Ihren Charakter wirft.“
„Military & Family Readiness kann Beratungsressourcen bereitstellen“