Foto (Symbolbild): Unsplash / Mathias Reding
Vor der traditionsreichen Schwulenbar „Venture-N“ in der US-amerikanischen Wüstenstadt Tucson hat sich in der Nacht zum Montag eine tödliche Schießerei ereignet. Wie die örtliche Polizei inzwischen bestätigt hat, wird die Tat, bei der zwei Männer getötet wurden und der Schütze im Anschluss Suizid beging, offiziell als gezieltes Hassverbrechen eingestuft.
Die Betroffenen: Ein geliebtes Paar
Gegen 00:30 Uhr wurden Vincent Anthony Siqueiros (42) und Cameron Davis Capara (33) auf dem Parkplatz der beliebten Nachbarschaftskneipe nahe dem Campus der University of Arizona von einem Mann angesprochen und umgehend niedergeschossen. Beide Opfer erlagen noch am Tatort ihren Verletzungen. Siqueiros und Capara waren ein fest verankertes Paar in der lokalen Gemeinschaft und jahrelange Stammgäste im „Venture-N“. Der 33-jährige Capara war in Tucson als engagierter Fotojournalist und Aktivist bekannt, der sich auf Demonstrationen regelmäßig für soziale Gerechtigkeit einsetzte. Angehörige und Freunde beschreiben die beiden als herzensgute Menschen voller Empathie. Capara habe laut seinem Vater selbst mit seinen letzten paar Dollar noch Bedürftigen geholfen.
Abschiedsbrief und weitere Ziele entdeckt
Beim Schützen handelt es sich um den 44-jährigen Ousman Ceesay, der erst vor Kurzem in die Region gezogen war. Nach Angaben der Polizei bestand keine vorherige Verbindung zwischen Ceesay und den Opfern. Im Anschluss an die Tat fügte sich Ceesay mit einer 9-mm-Pistole selbst tödliche Verletzungen zu und verstarb wenig später in einem Krankenhaus. Ein Versuch, das Lokal zu betreten, fand nicht statt. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung entdeckten Ermittler ein Notizschreiben, das belegt, dass Ceesay als Einzeltäter handelte und die Schießerei aus Hass auf die LGBTIQ* Community plante. Zudem trug er eine Liste mit weiteren queer-orientierten Unternehmen der Region bei sich. Die Polizei hat alle betroffenen Stellen kontaktiert und betont, dass derzeit keine aktive Bedrohung besteht. Ceesay war den Behörden zuvor nicht bekannt und besaß die Waffe legal.
Trauer und Entsetzen in der Community
Die Bar „Venture-N“ gilt seit Jahren als sicherer Rückzugsort innerhalb der Stadt. Vor dem Gebäude säumen mittlerweile regenbogenfarbene Kerzen, Blumen und Fotografien des verstorbenen Paares die Außenwand. Queere Organisationen wie Tucson Queerstory riefen zu Zusammenhalt und einer Mahnwache auf. Tucson galt bislang als Zufluchtsort mit einem besonders offenen Umfeld. Die Angehörigen der Opfer zeigten sich in ersten Reaktionen überwältigt von der Welle der Anteilnahme aus der Bevölkerung.
„Tucson ist seit langem für sein offenes Umfeld und seine starke queere Community bekannt. Dass nun ein weiteres Hassverbrechen zu dieser Geschichte hinzukommt, ist herzzerreißend und empörend.“ — Tucson Queerstory (Social-Media-Stellungnahme)
Unser tiefes Mitgefühl und Gedenken gelten den Opfern Vincent Anthony Siqueiros und Cameron Davis Capara sowie ihren Angehörigen.
*Quellen: AP News, GO Magazine