Am Samstag, den 25. April 2026, startet in Schönebeck (Elbe) die diesjährige CSD-Saison in Sachsen-Anhalt. Unter dem Motto „Wähl Liebe – für unsere bunte Elbstadt“ wird nicht nur ein starkes, lokales Zeichen für Sichtbarkeit und Akzeptanz gesetzt, sondern zugleich das landesweite CSD-Jahr eröffnet. Doch bei vielen in der LGBTIQ*-Community schwingt unweigerlich die Erinnerung an das vergangene Jahr mit.
Foto: C.Suthorn / p7press.eu/teilfxfteil, CC BY-SA 4.0 / Wikipedia
Der CSD Schönebeck 2025. Foto: C.Suthorn (@[email protected]) - p7press.eu/teilfxfteil, CC BY-SA 4.0, Link
Der Schatten von 2025
Erinnerst du dich noch an die Bilder vom letzten Jahr? Der fünfte Christopher Street Day in Schönebeck am 26. April 2025 endete in einem handfesten Eklat und wurde vorzeitig beendet. Zwischen den Organisatoren und der Stadt entbrannte ein heftiger Streit: Während die Stadtverwaltung von unerfüllten Sicherheitsauflagen und fehlendem Personal nach Bewachungsverordnung sprach, klagten die Veranstalter über behördliche Schikane, Willkür und unklare Vorgaben. Der Konflikt eskalierte derart, dass er ein Nachspiel vor der Justiz fand. Es wurden Fachaufsichtsbeschwerden eingereicht sowie Strafanzeigen gegen Mitarbeiter des Ordnungsamtes und des Salzlandkreises gestellt – unter anderem wegen Nötigung und Rechtsbeugung.
Die ganze unrühmliche Geschichte zum Abbruch im Jahr 2025 liest du hier:
Neuer Rahmen, neue Sicherheit für 2026
Genau diese chaotischen Zustände sollen sich 2026 nicht wiederholen. Aus den Erfahrungen des Vorjahres hat das Organisationsteam gelernt und bereits im März 2026 sehr konstruktive Gespräche mit dem zuständigen Salzlandkreis geführt. Das Ergebnis bringt die ersehnte Erleichterung: Der diesjährige CSD ist für den gesamten Zeitraum von 12:00 Uhr bis 22:00 Uhr vollständig als Demonstration eingestuft und behördlich anerkannt.
Michell Wenzel aus dem Orga-Team unterstreicht, wie wichtig diese Einigung ist: Die klare Anerkennung als durchgehende Demonstration sorge für rechtliche Klarheit und gebe allen Beteiligten die nötige Sicherheit. Dadurch könne man den Fokus endlich wieder auf das Wesentliche legen: einen friedlichen und wirkungsvollen CSD auf die Beine zu stellen.
So läuft der 25. April 2026 ab:
- 12 Uhr: Der Tag beginnt mit einem politischen Auftakt auf dem Salzblumenplatz. Hier wird klargemacht, dass der CSD eine politische Versammlung für Menschenrechte und Demokratie ist.
- 13 Uhr: Der Demonstrationszug setzt sich in Bewegung. Die rund 5,5 Kilometer lange Route führt etwa zwei Stunden lang durch die Innenstadt, begleitet von Fahrzeugen und mehreren Gruppen. Zwei Zwischenkundgebungen sorgen für zusätzliche Sichtbarkeit.
- ab 15 Uhr: Auf dem Salzblumenplatz startet die Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen, Kulturprogramm und Raum für Begegnungen.
- bis 22 Uhr: Das Programm und die Demonstration können in diesem Jahr im anerkannten und geschützten Versammlungsrahmen stattfinden.
Falko Jentsch vom landesweiten Verein Christopher-Street-Day Sachsen-Anhalt e.V. betont, wie kraftvoll es ist, wenn queere Strukturen nicht zersplittern, sondern gemeinsam agieren. Und das gilt nicht nur für die LGBTIQ*-Community selbst: Eingeladen sind ausdrücklich auch alle Freund*innen, Familien und Menschen aus der Region, die gemeinsam auf die Straße gehen wollen, um sich für eine vielfältige Gesellschaft starkzumachen. Dieses Jahr stehen die Zeichen also tatsächlich auf Dialog, Sicherheit und einem friedlichen Fest für die Liebe.
