Der Boylesque-Performer und Adult-Creator LuLu LoveBottom ist am 7. September in seinem Haus im Großraum Los Angeles gestorben. Die Behörden haben bis heute keine Todesursache mitgeteilt – die Deutung kursiert trotzdem längst, und sie kommt aus den Kommentarspalten.
Foto: x.com/hunterhardinxxx
Was bestätigt ist
Die Polizei von Los Angeles wurde nach Angaben eines Sprechers gegenüber People um 11.22 Uhr zu einer Todesermittlung gerufen und nahm einen Bericht auf. Als verdächtig wird der Fall nicht eingestuft. Der Medical Examiner von Los Angeles County bestätigte den Tod – amtlich geführt unter Hardins bürgerlichem Namen Lucas Drake; Todesursache und Todesart sind nicht freigegeben. Die Feuerwehr rückte laut TMZ zu einem medizinischen Notruf aus, der Mann wurde am Ort für tot erklärt. TMZ beruft sich auf Ermittlungskreise, die von einem mutmaßlichen Suizid sprechen.
Auch beim Alter gehen die Angaben auseinander. PinkNews, Out und Advocate schreiben von 30 Jahren, People nennt unter Berufung auf den Medical Examiner 31.
Die Todesursache ist offen. Die Deutung ist es längst nicht mehr.
Was Freunde berichten
Kurz vor seinem Tod veröffentlichte Hardin auf Instagram eine Abschiedsbotschaft. „Ich liebe dich, und es tut mir leid, dass ich es nicht bis zum Ende geschafft habe. GOODBYE FOREVER. Love, LuLu“, schrieb er dort. Dazu die Bildzeile: Er sei zum letzten Mal von jemandem verletzt worden, dem er sein Herz anvertraut habe. Unter diesem Beitrag melden sich seither Freund*innen. Eine Person, die sich als engste Freundin bezeichnet, schrieb dort, Mitbewohner hätten die Zimmertür aufgebrochen und Rettungskräfte gerufen, für eine Reanimation sei es zu spät gewesen. Der Performer Johani Montero nannte Hardin einen der glücklichsten und liebevollsten Menschen, die er kennengelernt habe, und bat darum, im Umfeld nachzufragen, wie es Menschen wirklich geht – Fassaden hielten länger, als man ihnen ansehe.
Hilfe und Beratung. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800 1110111, 0800 1110222 und 116123, auch per Chat und Mail über telefonseelsorge.de. Für queere Ratsuchende bietet die Deutsche Aidshilfe unter aidshilfe.de eine Beratungsübersicht.
Die Familie bittet über einen Kommentar unter demselben Beitrag um Privatsphäre. Der Mitbewohner Michael hat für Samstag zu einer Zusammenkunft im Hinterhof des gemeinsamen Hauses eingeladen, offen für Freund*innen, Familie und alle, die kommen wollen.
Vom Footballfeld auf die Boylesque-Bühne
Auf der Bühne war er LuLu LoveBottom, das „Blazing Beautiful Boylesque of LA“, wie es in seiner Instagram-Biografie stand. Über 30.000 Menschen folgten ihm auf Instagram und X, dazu kam ein OnlyFans-Profil. Vor der Bühne war er Sportler: Football und Rudern an der Highschool, laut People State Champion.
Im März 2025 erklärte er Out Sports, was Burlesque für ihn löste – es erlaube ihm, Femininität und Maskulinität zusammenzubringen; es gehe um Muskeln und Öl und gleichzeitig um Ausdruck. Gegenüber Queerty beschrieb er seine Bühnenfigur im selben Jahr als Doppelung aus Glitzer und Dunkelheit, aus Glamour für queere Jungs, die feminin sein wollen, und einer Emo-Schicht, die aus Schmerz komme. Depressionen habe er erlebt, sagte er dort, und er habe kein Bedürfnis, darüber zu schweigen.
Er hat über das Dunkle gesprochen, solange er konnte.
Die Produktionsfirma Cleodora Productions, deren Produzentin er in dem Out-Sports-Gespräch seine „Burlesque-Mom“ nannte, erinnerte an ihn als den sanftesten, albernsten Menschen der Szene, der aus Auftritten Freundschaften machte.