Mit 66,1% der Stimmen wurde am vergangenen Sonntag Emmanuel Macron Präsident von Frankreich, der fünftreichste Nation der Welt. Seit vier Jahren können schwule und lesbische Paare dort heiraten und Kinder adoptieren.
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Emmanuel Macron
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Das Gesetz, das die Ehe und die Adoption an gleichgeschlechtliche Paare ermöglicht, war eine der wenigen Errungenschaften von Macrons Vorgänger, François Hollande. Anderer seiner Versprechen wurden nicht erfüllt, vor allem die Schaffung eines Gesetzes, das die medizinisch unterstützte Fortpflanzung (MAP) für lesbische Paare und alleinstehende Frauen ermöglicht. Auch hat seine Regierung nicht auf den Anstieg von Homophobie reagiert, die mit den Debatten über die Öffnung der Ehe einherging.
Die Wahlversprechen
Während der langen Präsidentschaftswahlkampagne erhielt der rechtsgerichtete Kandidat François Fillon eine massive Unterstützung von homophoben Bewegungen wie ,Common Sense' und ,Manif for All'. Le Pen, die Kandidatin der extremen Rechten des Landes, versprach, das Recht Homosexueller auf Ehe und Adoption wieder abzuschaffen. Auf der linken Seite hatten Benoit Hamon von der sozialistischen Partei und der parteilose Jean-Luc Mélenchon die umfangreichsten Programme zu LGBTIQ*-Themen. In diesen Fragen schien Macron sich in der Mitte zu positionieren.
Gerüchteküche
Im Februar reagierte Macron mit Humor auf ein Gerücht über eine angebliche Affäre mit Mathieu Gallet, dem Präsidenten des öffentlich rechtlichen Rundfunkes des Landes: „Ich höre, dass ich ein verstecktes Leben oder etwas ähnliches haben soll. Es ist unangenehm für Brigitte [Macrons Ehefrau], und da ich meine Tage und Nächte mit ihr teile, fragt sie sich, wie ich dieses Doppelleben führe."
Ein paar Tage später provozierte Macrons Bemerkungen über die homophobe Bewegung „Manif pour tous" dann aber einen Aufschrei. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin L'Obs erklärte er, dass es ein Fehler der vorherigen Regierung war, eine Seite des Landes zu ignorieren. Er zitierte als Beispiel „Manif pour tous":
„Dies ist es, was durch die Ehe für Alle geschah:Franzosen wurden gedemütigt. Man darf niemals demütigen, man muss reden, man muss Meinungsverschiedenheiten teilen."
Macron hatte damit für Unverständnis zwischen sich, den LGBTIQ*-Organisationen und einem Teil der Linken ausgelöst. In den letzten Umfragen verlor er unter den queeren Wählern dann an Zustimmung, obwohl er noch Ende Februar der Favorit unter den schwulen französischen Wählern war.
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Hinwendung zu Szene
Macron erkannte, dass er den Rückhalt verlor und gab dem schwulen Magazin TÊTU ein Interview, er schickte einen offenen Brief an Aktivisten und vervielfachte seine Angriffe gegen homophobe Bewegungen wie ,Sens commun'. Während seines letzten großen Treffens in Paris sprach Macron endlich über gleichgeschlechtliche Familien:
„Deshalb werde ich verteidigen, was während dieser fünfjährigen Amtszeit getan wurde; Ich werde alle Familien im Namen der Familien schützen, weil zwei Männer, die einander lieben und Kinder haben, auch eine Familie sind und weil zwei Frauen, die Kinder lieben und Kinder haben, auch eine Familie sind. Es ist ihr Recht."
Die Regierung von Macron wird zu Beginn der nächsten Woche gebildet. Während queere Aufgaben nie eine Priorität gewesen sind, haben LGBTIQ*-Organisationen angekündigt, dass sie die Regierungsbildung genau beobachten werden. Macron hat zwar angekündigt, den Kampf gegen den Hass auf LGBTIQ*s vorantreiben zu wollen, will dabei aber wohl nur das Programm seines Vorgängers wieder aufnehmen. Macron beharrt auch darauf, dass Beamte besser ausgebildet werden sollen und die Justiz im Kampf gegen Diskriminierung kompromisslos sein sollte.