Willkommen im Jahr 2026. Das Selbstbestimmungsgesetz ist endlich Realität, die Welt ist erstaunlicherweise nicht untergegangen – doch in der Kölner Redaktion der EMMA arbeitet man sich weiterhin manisch an unserer Community ab. Unter dem Deckmantel des vermeintlichen Frauenschutzes fährt das Magazin eine beispiellose Kampagne gegen Trans-Rechte. Wir haben uns tief in das aktuelle Dossier gegraben. Spoiler: Es wird schmutzig.
Wer die aktuellen Ausgaben der EMMA aufschlägt, taucht in eine düstere Parallelwelt ein. Eine Welt, in der die größte Gefahr für Frauen nicht das Patriarchat ist, sondern die pure Existenz von Trans-Personen. Die Narrative, die dort im Januar und Februar 2026 bedient werden, sind ein Lehrstück in modern verpacktem Biologismus und astreiner Panikmache. Schauen wir uns die rhetorischen Taschenspielertricks mal genauer an.
Trick 1: Die Taktik der Skandalisierung und das „Mann im Kleid“-Märchen
Die Strategie ist simpel, aber toxisch: Man nehme völlig absurde Extremfälle, präsentiere sie als systemische Norm und bausche sie zur ultimativen Bedrohung auf. Im Text „Unbeschreiblich Weiblich“ wird uns etwa „Waltraud“ Piranty präsentiert, vormals Walter, ein ehemaliger Wiener Stundenhotel-Betreiber. Auf die Idee zum Personenstandswechsel sei Walter gekommen, um einer Haftstrafe in einem Männergefängnis zu entgehen.
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Die EMMA zitiert ihn genüsslich:
„Ich dachte mir: Dann gehe ich eben ins Frauengefängnis. Ich freue mich besonders aufs gemeinsame Duschen und Spazierengehen mit den Frauen.“
Dazu gesellt sich der sächsische Ex-Häftling Mirko, der seinen Geschlechtseintrag in „weiblich“ ändern lassen wollte. Denn: „Das ist der Paragraf, der meine Vergangenheit auslöschen wird.“. Würde er zu „Martina“, so die krude Logik, wäre angeblich sein gesamtes Vorstrafenregister gelöscht. Auch spanische Soldaten, die sich aus finanziellen Gründen wie höherer Rente und mehr Gehalt zur Frau erklären, müssen als Beleg für den Untergang des Abendlandes herhalten.
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Noch so ein Fall wird HIER von uns seziert
Die Botschaft: Das Selbstbestimmungsgesetz diene primär dazu, Kriminellen, Spannern und Betrügern einen Freifahrtschein zu erteilen. Trans-Frauen werden hier nicht als vulnerable Gruppe dargestellt, sondern konsequent als biologische Männer markiert, die in „geschützte Frauenräume“ eindringen wollen. So wird etwa der Rechtsstreit der Erlanger Fitnessstudio-Betreiberin Doris Lange ausgeschlachtet, die eine Trans-Frau abwies. Dass Rechte für LGBTIQ*-Personen kein Nullsummenspiel sind, bei dem Cis-Frauen automatisch etwas weggenommen wird, ignoriert die EMMA völlig.
Trick 2: Artikel 3 GG und die perfide Pädophilen-Panik
Besonders niederträchtig wird es, wenn es um die dringend nötige Erweiterung von Artikel 3 des Grundgesetzes geht. Das Diskriminierungsverbot soll um die „sexuelle Identität“ erweitert werden. Was für unsere Community ein längst überfälliger historischer Meilenstein ist, wird von der EMMA torpediert – und zwar mit dem ältesten und schmutzigsten Trick der Homophobie-Geschichte: der Gleichsetzung von LGBTIQ* mit Pädophilie.
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Die EMMA warnt in ihrem Artikel allen Ernstes davor, dass Pädosexuelle „schon in den Startlöchern“ stünden, um sich als „diskriminierte Minderheit“ verfassungsrechtlich schützen zu lassen. Als Kronzeuge für diese hanebüchene These wird ausgerechnet Dieter Gieseking zitiert, Gründer des Vereins „Krumme 13“. Gieseking kündigt in der EMMA vollmundig an:
„Wird das GG mit dem Merkmal der sexuellen Identität ergänzt, dann können alle pädophilen Betroffenen Beschwerden beim Bundesverfassungsgericht einreichen.“
Diesen absoluten juristischen Nonsens druckt das Magazin unwidersprochen ab, um gezielt Ängste zu schüren. Es ist der Versuch, die Verfassung als exklusives Eigentum von Cis-Frauen zu definieren und gleichzeitig die LGBTIQ*-Community in die Schmuddelecke von Kindesmissbrauchern zu stellen. Widerlicher geht es kaum.
Trick 3: Die große NGO-Verschwörung
Wenn die inhaltlichen Argumente ausgehen, muss der Aluhut her. Im Text „Welche Rolle spielen EU & NGOs?“ wird suggeriert, die Akzeptanz von Geschlechtsidentitäten sei keine demokratische Graswurzelbewegung, sondern das finstere Werk einer globalen Elite.
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Im Interview mit der Ex-Grünen Faika El-Nagashi vom „Athena-Forum“ wird eine regelrechte „Maschinerie“ heraufbeschworen. Die EMMA lässt El-Nagashi behaupten, man habe es „mit fünf großen Lobbygruppen zu tun, also NGOs, die Dutzende Millionen Förderung jedes Jahr allein von der EU erhalten.“. Gepaart mit „Geld von philantropischen Stiftungen“ hätten diese NGOs an die 100 Millionen Euro zur Verfügung, um in Brüssel offene Türen einzurennen. Dass die EU-Gleichstellungsstrategie auch die Förderung von Selbstbestimmungsgesetzen ohne Altersbegrenzung oder das Verbot von „Konversionstherapien“ vorsieht, wird hier als Skandal verkauft.
Grafik: KI erstellt
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Es ist strukturell exakt dieselbe Argumentationsweise, die rechte Bewegungen nutzen: Eine kleine, finanzstarke Elite manipuliere von oben herab die Gesellschaft. Feminismus sollte bedeuten, patriarchale Strukturen aufzubrechen. Die EMMA hingegen verteidigt hier lediglich eine extrem enge, biologistische Definition von Geschlecht gegen die Realität der menschlichen Vielfalt. Für uns als queere Community zeigt das Dossier vor allem eins: Der Kampf um unsere Rechte – ob beim Selbstbestimmungsgesetz oder bei Artikel 3 – ist noch lange nicht vorbei. Wir müssen laut bleiben.
