Es gibt Bücher, die sich nicht einfach lesen lassen – sie greifen an, verstören, bleiben haften. „Peter Beard. End of the Game“ (ISBN 978-3-7544-0271-9) ist ein solches Werk. Jahrzehnte nach seiner Erstveröffentlichung erscheint der Klassiker nun in einer erweiterten Neuausgabe, herausgegeben von Zara Beard, und gewinnt dabei eine neue, bedrückende Aktualität.
Der amerikanische Künstler, Fotograf und Chronist Peter Beard (1938 – 2020) widmete sein Leben der Dokumentation Afrikas – nicht als romantisierte Projektionsfläche westlicher Sehnsüchte, sondern als Schauplatz tiefgreifender Zerstörung. Seine Bild-Text-Collagen verbinden Fotografien, Tagebucheinträge, Zeichnungen und Fundstücke zu einem einzigartigen visuellen Tagebuch. Das Ergebnis ist keine lineare Erzählung, sondern ein fragmentarisches, oft schmerzhaft unmittelbares Zeugnis. Im Zentrum steht das massenhafte Sterben von Wildtieren – Elefanten, Nashörnern, Nilpferden. Beard dokumentierte Kadaverlandschaften ebenso unerschrocken wie die Ursachen dieser Katastrophen: Kolonialismus, Jagd, Übernutzung von Ressourcen und eine fortschreitende Entfremdung des Menschen von der Natur. Seine Arbeiten zeigen nicht nur die Folgen, sondern machen auch die Verantwortung sichtbar.
Die neue Ausgabe aus dem TASCHEN Verlag trägt dieser Relevanz Rechnung. Sie erweitert das Original um zusätzliches Material und ermöglicht einen noch tieferen Einblick in Beards Schaffen und Denken. Gleichzeitig bleibt der ursprüngliche Charakter des Buches erhalten: roh, intensiv und bewusst überfordernd. www.taschen.com
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