Bild: Hirschkäfer Verlag
Salz und Schatten
Coriander Pinxit aka Martin Arz, ein Autor aus dem schönen München, einer der vielen Perlen Bayerns, überrascht mit einem ganz besonderen Schmankerl: einem schwulen Comic namens „Salz und Schatten – Die Ballade von Saphir und Rémy“.
Darum geht es: Eine Hafenstadt ohne Namen, irgendwo an den Rändern Südeuropas und irgendwo außerhalb der Zeit. Eine Stadt aus blendendem Licht und tiefen Schatten, aus salziger Luft, bröckelnden Kais und den Geschichten jener Menschen, die selten im Mittelpunkt stehen. Tagsüber liegt die Sonne schwer auf den weißen Fassaden; nachts verschlingen Nebel und Dunkelheit die engen Gassen. Wer hier lebt, hat gelernt, mit seinen Geheimnissen zu schweigen.
In dieser Welt begegnen wir Saphir, einem sexy Matrosen von beeindruckender Statur, dessen makellose weiße Uniform einen Kontrast zu seinem verschlossenen Wesen bildet. Er spricht wenig, hält Abstand und bewegt sich durch die Stadt wie ein Mann, der sich selbst aus dem Leben herausgenommen hat. Doch eines Nachts durchbricht ein Hilferuf seine selbstgewählte Isolation. Der junge Rémy, ein Seemann aus der Provence, wird Opfer eines brutalen Übergriffs. Saphir greift ein, rettet ihn und bringt ihn in die Dodo-Bar – einen jener seltenen Orte, an denen Gestrandete, Ausgestoßene und Suchende Zuflucht finden. Dort schlägt das eigentliche Herz der Geschichte.
Die Dodo-Bar wird bevölkert von Figuren, die wie aus einem melancholischen Traum des Film Noir zu stammen scheinen: Keiko, die geheimnisvolle Wirtin mit ihrer rätselhaften Narbe und einer Vorliebe für exotische Tiere; Big Nana, die warmherzige Matriarchin einer selbstgewählten Familie; sowie ihre ungewöhnlichen Söhne, der gewaltige Voltaire und der einarmige Albino Bismarck. Sie alle bilden eine Gemeinschaft der Randständigen, verbunden weniger durch Herkunft als durch das Wissen, dass die Welt außerhalb ihrer Türen selten freundlich ist. Zwischen Saphir und Rémy entsteht in dieser Nacht eine vorsichtige Nähe. Es sind zunächst Blicke, Gesten und unausgesprochene Versprechen, die sie einander annähern. Als sie sich im ersten Licht des Morgens trennen, ahnen beide, dass ihre Begegnung kein Zufall gewesen ist. Doch über ihrer aufkeimenden Zuneigung liegt ein Schatten. Rémy trägt ein Geheimnis mit sich, das ihn zwingt, unter falschem Namen zu leben und jede Aufmerksamkeit zu meiden. Saphir wiederum hat sein Leben darauf aufgebaut, Gefühle hinter Schweigen und Härte zu verbergen. Während die beiden Männer versuchen, einander näherzukommen, geraten sie zunehmend ins Visier einer kriminellen Organisation, deren Fäden ein rätselhafter Mann zieht, den alle nur den „Deutschen“ nennen. „Salz und Schatten“ ist mehr als eine etwas erotische schwule Liebesgeschichte. Der Comic verbindet die Ästhetik klassischer Hafenromane und des Film Noir mit einer schwulen Erzählung über Scham, Sehnsucht und die Schwierigkeit, sich selbst zu erkennen. Zwischen Nebelschwaden, Hafenkneipen und dunklen Geschäften entfaltet sich eine erotische Comic-Ballade über Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben. Und über die Hoffnung, selbst im Schatten einen Ort zu finden, an dem Liebe möglich ist. martin-arz.de
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