„Kampf der Realitystars“: Menschen, die gelernt haben, sich selbst zur Marke zu machen, treffen aufeinander und treiben das Spiel aus Eitelkeit, Verletzlichkeit und kalkulierter Eskalation unter Thailands Palmen voran.
Es gibt Streaming- und Fernsehmomente, die weniger von Handlung als von Gekreische leben. Und „Kampf der Realitystars“ ist ein solches Format. Hier wird das Prinzip des Spektakels auf seine Essenz reduziert. Im Zentrum stehen Promis wie Matthias Mangiapane, Sam Dylan (kleines Bild links) und Gino Bormann – Persönlichkeiten, deren öffentliche Existenz längst nicht mehr von einem einzelnen Auftritt abhängt, sondern von der fortlaufenden Inszenierung ihrer selbst. Dass daneben VIPs der Reality-Szene wie Kader Loth und Georgina Fleur auftreten, verstärkt den Spaß. Hier begegnen sich Archetypen des Genres: unter anderem der sexy Macho, die Diva, der Provokateur, der Sympathieträger, die Lästerschwester – und alle wissen um ihre Rollen. „Kampf der Realitystars“ ist ein unterhaltsames Theater der Selbstzuschreibungen, in dem der Konflikt nicht bloß Mittel, sondern eigentlicher Zweck ist.
RTL II inszeniert eine quirlige Versuchsanordnung, die den Zeitgeist spiegelt: Aufmerksamkeit wird zur Währung, Sichtbarkeit zur Existenzbedingung. Wer hier besteht, tut dies nicht trotz, sondern wegen der Überzeichnung. Das Authentische erscheint nicht mehr als Gegensatz zur Inszenierung, sondern als deren raffinierte Spielart. So wird „Kampf der Realitystars“ zu einem Spiegelkabinett moderner Medienkultur. Und das macht Spaß! www.rtl2.de
