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queer

Einst Schimpfwort, dann Selbstbezeichnung, heute auch Marketingvokabel. Queer meint mehr als eine Orientierung: die Haltung, dass Normen verhandelbar sind. Wer sich so nennt, ist selbst umstritten.

Wie wurde aus der Beleidigung ein Bekenntnis?

Durch Aneignung. Aktivistische Gruppen nahmen das Wort, mit dem sie beschimpft wurden, und machten es zur Selbstbeschreibung – ein Verfahren, das nur funktioniert, wenn es die Betroffenen selbst tun.

Warum ist der Begriff umstritten?

Den einen ist er zu unscharf, weil er konkrete Lebenslagen einebnet: Lesbische Frauen und schwule Männer haben unterschiedliche Probleme, und beide gehen im Sammelbegriff unter. Den anderen ist genau das der Punkt: ein Wort, das nicht sortiert. Beide Seiten haben Argumente.

Und wenn Unternehmen es benutzen?

Dann wird aus der Haltung ein Etikett. Wo das passiert, prüfen wir es unter Pinkwashing – und wo es echt ist, sagen wir das auch.

Auch dazu: LGBTIQ*, Gender, Sprache

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