Foto: Slava Mogutin – „jack and Jake Antlers“ 2025
Mit der Ausstellung „Analog Human Studies: 25 Years of Photography by Slava Mogutin“ eröffnet die Bob Bizer Foundation im April eine spannende Werkschau, die ein Vierteljahrhundert Fotokunst feiert.
Zur letzten Jahrtausendwende machte der russische Regisseur, Fotograf und Kunstaktivist Slava Mogutin (geboren am 12. April 1974) mit ungekünstelten, provokant erotischen Bildern auf sich aufmerksam. Seine Arbeiten, die den Körper, die Sehnsucht und gesellschaftliche Tabus unverblümt thematisieren, lösten damals sowohl Empörung als auch Bewunderung aus. Mogutin verstand es, persönliche Intimität und politische Botschaften miteinander zu verweben und schuf so eine Kunst, die unbequem, aufrüttelnd und zutiefst menschlich ist. Heute, zweieinhalb Jahrzehnte später, zählt er zu den weltweit gefragtesten Fotokünstlern, dessen Arbeiten in Ausstellungen, Magazinen und Sammlungen rund um den Globus Anerkennung finden.
„Wie der Dichter Arthur Rimbaud im 19. Jahrhundert verfolgt Mogutin seit langem eine Kunst, die unruhig, transgressiv und kompromisslos in ihrer Herausforderung gesellschaftlicher Normen ist. Doch hinter der Provokation verbirgt sich eine tiefe Zusammenarbeit: Freunde, Liebhaber, Sportler, Tänzer, Sexarbeiter und Künstlerkollegen begegnen seiner Kamera mit Vertrauen und Eigeninitiative. Seine Motive sind keine Requisiten, sondern Partner – dargestellt als vollwertige, komplexe Individuen, deren Narben, Tätowierungen, Gesten und Unvollkommenheiten zu Zeichen gelebter Erfahrung werden“, so die Bob Mizer Foundation über den Fotografen.
„Seine satten Farben und aufgeladenen Requisiten – Boxhandschuhe, Suspensorien, Seile, Gasmasken, religiöse Ikonografie – verstärken die emotionale Erzählung, ohne den Betrachter vom menschlichen Kern zu distanzieren. (...) In den letzten Jahren sind Mogutins Arbeiten reflektierter und romantischer geworden. Sie greifen auf die queere Bildkultur der Mitte des 20. Jahrhunderts zurück und zeichnen sich durch eine ruhigere Farbpalette, Schwarz-Weiß-Fotografie und ein tagebuchartiges Zeitgefühl aus.“
Ab 2.4., „Analog Human Studies: 25 Years of Photography by Slava Mogutin“, Bob Mizer Foundation, bobmizer.org
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