Der November gilt als DER Monat der Melancholie. Die Tage sind dunkel, man grübelt eher als im sommerlichen Sonnenschein. Genau in diesem Monat wagt der me Collectors Room Berlin der Stiftung Olbricht den Blick in die Kunstszene Ost- und Südosteuropas. Regionen, die wir ohnehin mit Leid und Unruhen verbinden.
Die Ausstellung Fragile Sense of Hope präsentiert fast den ganzen November über ungewöhnliche und nachdenklich stimmende Kunst von siebzig Künstlern. Zum Beispiel von Igor Grubic: Da sitzt er nun, der Mann, und raucht. Müde, abgearbeitet und doch mit entschlossenem Blick. Kein typischer Engel, und doch kann er es sein für seinen Nächsten. Zumindest suggerieren dies die Engelsflügel hinter ihm. Göttliches Kümmern an dunklen Tagen? Ist denn Grund für Hoffnung da? Der Mann ist einer der Angels with Dirty Faces der Ausstellung.
Der Ausstellungstitel Fragile Sense of Hope ist einem Werk von ejla Kamerić entliehen und bringt den Grundtenor der gesamten Region zum Ausdruck. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs kam es zu dramatischen Veränderungen in den Gesellschaften Osteuropas. Vieles wurde besser, für die Schwulen und Lesben wurde aber auch vieles schlechter. Doch trotzdem ist es da, das fragile Gefühl der Hoffnung.
FRAGILE SENSE OF HOPE, BIS 23.11., ME COLLECTORS ROOM BERLIN/STIFTUNG OLBRICHT, AUGUSTSTR. 68, BERLIN, DI SO, 12 18 UHR