Foto: Driven By The Music
Donna Summer gelangen bis zu ihrem viel zu frühen Tod im Jahr 2012 unzählige Hits, darunter „Love to Love You Baby“, „Bad Girls“, „Melody of Love (Wanna Be Loved)“, „Stamp Your Feet“ und „This Time I Know It's for Real“. Ihre besondere Magie entfaltete sie für viele Liebhaber*innen jedoch vor allem in den 1970er-Jahren, als sie beim legendären US-Label Casablanca Records unter Vertrag stand.
Zwischen 1975 und 1980 veröffentlichte sie dort sechs Studioalben, ein Livealbum sowie die Hitsammlung „On the Radio“. Fast alle Alben sind nun in einer opulent gestalteten Box vereint, die Fans das Herz höherschlagen lässt: eine ebenso umfangreiche wie liebevoll aufgemachte Edition, die einen zentralen Abschnitt ihrer Karriere eindrucksvoll dokumentiert. Die Hitsammlung „On the Radio“ ist dabei bewusst ausgeklammert – im Mittelpunkt stehen die Originalalben, auf denen sich ihre künstlerische Entwicklung nachvollziehen lässt. Sieben Alben, die eindrucksvoll verdeutlichen, warum Donna Summer bis heute relevant und populär geblieben ist.
Die musikalische Reise beginnt 1975 mit „Love to Love You Baby“, das neben dem titelgebenden Welterfolg auch Perlen wie „Whispering Waves“ bereithält. Das einige Monate später folgende Album „A Love Trilogy“ wartete – wie so oft bei Donna Summer – erneut mit einem Lied in Überlänge auf: dem Hit „Try Me, I Know We Can Make It“. Zugleich enthält es mit „Could It Be Magic“ einen ihrer bis heute beliebtesten Klassiker (aus der Feder von Barry Manilow).
Dann kam das 1976 erschienene Konzeptalbum „Four Seasons of Love“, auf dem Stücke wie „Spring Affair“ und „Winter Melody“ zu den Höhepunkten zählen. 1977 erschien schließlich „I Remember Yesterday“, das mit „I Feel Love“ einen der einflussreichsten Tracks aller Zeiten hervorbrachte. Das Album selbst ist eine musikalische Zeitreise durch verschiedene Jahrzehnte und gilt mit seinem experimentellen Ansatz bis heute als wegweisend.
Noch im selben Jahr erschien das Doppelalbum „Once Upon a Time...“, das heute zu den wichtigsten Werken in Donna Summers Diskografie zählt. Das als musikalisches Märchen konzipierte Werk brachte mit unter anderem „Rumour Has It“ und „I Love You“ gleich mehrere Nummer-eins-Hits der US-Dance-Charts hervor. Zugleich zeigt es Summer auf dem Zenit ihrer kreativen Zusammenarbeit mit Giorgio Moroder und Pete Bellotte. Zu den besonderen Höhepunkten des Albums gehört das grandiose „Now I Need You“, das nahtlos in „Working the Midnight Shift“ übergeht und exemplarisch für die erzählerische und musikalische Geschlossenheit des Albums steht.
Im Sommer 1978 erschien schließlich „Live and More“, ein Doppelalbum, das Donna Summers Status als unangefochtene Queen of Disco endgültig zementierte. Neben mitreißenden Liveaufnahmen enthielt es mit „MacArthur Park“ und „Last Dance“ gleich zwei Welthits. Letzterer, ursprünglich für den Soundtrack des Films „Thank God It's Friday“ aufgenommen, wurde zu einem ihrer größten Erfolge und zählt bis heute zu den Klassikern der Disco-Ära.
1979 wurde mit „Bad Girls“ schließlich Donna Summers letztes Studioalbum für Casablanca Records veröffentlicht. Das Werk entwickelte sich zu einem ihrer größten Triumphe und beherrschte mit Klassikern wie „Hot Stuff“, „Bad Girls“, „Dim All the Lights“ und „Sunset People“ die internationalen Charts. Zugleich demonstrierte das Album eindrucksvoll Summers stilistische Vielseitigkeit: Zwischen Disco, Funk, Rock und den elektronischen Klangexperimenten, die später Generationen von Dance- und Technokünstler*innen beeinflussen sollten, vereinte „Bad Girls“ unterschiedlichste musikalische Strömungen zu einem ebenso zeitlosen wie wegweisenden Gesamtwerk.
Abschließend noch: Die durch Fehlzitate und Gerüchte entstandene Legende, Donna Summer habe sich von der LGBTIQ*-Community distanziert oder gar Homosexualität verurteilt, hält sich bis heute hartnäckig. Tatsächlich hat sie entsprechende Vorwürfe mehrfach und unmissverständlich zurückgewiesen. In einem offenen Brief an ACT UP schrieb sie: „I did not say God is punishing gays with AIDS, I did not sit with ill intentions in judgement over your lives. I haven’t stopped talking to my friends who are gay, nor have I ever chosen my friends by their sexual preferences.“ Donna Summer war unsere Freundin.
„Donna Summer: The Casablanca Studio Albums (7CD Box Set Edition)“ erscheint im Oktober, kann aber bereits vorbestellt werden. donnasummer.com
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