Foto: J. Persson
Das preisgekrönte Erfolgsstück vom Broadway und West End kommt in einer brandneuen Inszenierung endlich wieder live nach Deutschland und in die Schweiz! Freu dich auf eine Show voller Herz, Humor und mitreißender Musik von der 1980er-Legende Cyndi Lauper. Die berührende Geschichte über Mut, Selbstfindung und Zusammenhalt begeistert mit energiegeladenen Songs, spektakulären Choreografien und einem klaren Statement: Sei du selbst – und steh dazu! Eine Feier der Vielfalt, der Freundschaft und der Freiheit. Wir sprachen mit Tosh Wanogho-Maud über seine Hauptrolle Lola und über die „Kinky Boots“-Produktion.
Was macht für dich den besonderen Reiz bei Kinky Boots aus? „Kinky Boots“ bringt viele verschiedene Faktoren zusammen, die es zu einem einzigartigen Erlebnis machen. Das Stück kreiert Räume und Realitäten, von denen ich als Jugendlicher nicht gedacht hätte, dass sie möglich wären. Ein schwuler Schwarzer Mann zu sein, ist in unserer heutigen Gesellschaft eine Sache für sich. Ich glaube, dass sich viele Menschen irgendwann in ihrem Leben einmal andersartig gefühlt haben. Kinky Boots bringt andersartige Menschen zusammen und hilft uns zu verstehen, dass wir alle aus verschiedenen Facetten bestehen. Besonders die Rolle der Lola ermöglicht mir zu zeigen, dass es normal ist, mehrere Dinge gleichzeitig zu sein. Damit kann ich mich persönlich identifizieren und ich glaube, dass sie alle Menschen in ihrer Andersartigkeit eint. Wir tragen alle unsere eigenen Kämpfe aus, das verbindet uns miteinander. Und genau das macht Kinky Boots aus. Dazu kommt natürlich auch der fantastische Soundtrack und die Verbindung zu Cyndi Lauper. Cyndi ist eine absolute Magierin, die fantastische Hits komponiert hat. Sie ist wirklich eine legendäre Person. Die Kombination aus ihrer Person und Songs wie „Sex Is in the Heel“ machen „Kinky Boots“ zu einem musikalischen Highlight.
Welche Bedeutung hat das Stück für dich persönlich? Die Rolle der Lola war für mich immer meine Traumrolle und „Kinky Boots“ mein Traum-Musical. In den vergangenen Jahren habe ich viel von „Kinky Boots“ mitbekommen, weil mein bester Freund, Matt Henry, in der Londoner Produktion Lola gespielt und für die Rolle auch den „Olivier Award “gewonnen hat. Auch ich habe mir gewünscht, Teil dieser Show zu sein und hatte schon immer das Gefühl, dass ich quasi geboren bin, um Lola zu spielen. Aber immer, wenn es Auditions für „Kinky Boots“ gab, war ich in anderen Produktionen fest engagiert. Es war wie Glück im Unglück: Ich war dankbar, tolle Jobs zu haben aber hätte mir dennoch so gewünscht, Teil von Kinky Boots zu sein. Als ich dann endlich die Nachricht bekam, dass ich auf dieser Tournee die Rolle der Lola spielen darf, hat sich das wie eine Fügung des Schicksals angefühlt.
Wie waren die Proben bisher? Durch die Proben für „Kinky Boots“ darf ich viele Dinge zum ersten Mal erleben. Zum einen sind da die Heels, die sind eine echte Challenge. Vor den Proben für „Kinky Boots“ habe ich noch nie in Heels getanzt. Jetzt verstehe ich ihren Anreiz und warum sich Frauen in ihnen mächtig fühlen. Sie haben etwas an sich, das einen an einen anderen Ort, in eine andere Verfassung versetzt. Das als männlicher Darsteller erleben zu dürfen ist unheimlich spannend. Ich bin gespannt darauf, wie es wird, acht Mal die Woche in Heels zu performen. Für mich ist es auch das erste Mal, dass ich als Dragqueen performe. Ich habe viele befreundete Personen, die Dragqueens sind. Sie haben mich direkt unter sich aufgenommen und geben mir viele hilfreiche Tipps zu Perücken und Make-up. Ich bewundere die Drag-Community dafür, dass alle so gut miteinander verbunden sind und sich gegenseitig unterstützen. Ich hoffe, dass ich dieser Kunst auf der Bühne gerecht werden kann.
Worauf freust du dich besonders? Ich freue mich sehr darauf, mit der Tour an neue Orte zu kommen, neue Menschen kennenzulernen. Dazu gehört es auch, den Fans der Show zu begegnen. Für mich ist es immer eine sehr besondere Erfahrung, nach den Shows am Bühneneingang auf die Fans zu treffen. Das ist bei „Kinky Boots“ besonders wichtig, da wir auch für die junge queere Generation eine Vorbildfunktion haben. Unseren Zuschauer*innen zu vermitteln, dass es wichtig ist, dass es sie gibt und dass sie Platz einnehmen dürfen und sollen, liegt mir besonders am Herzen.
*Interview: Michael Rädel
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