Foto: Sony Music
Tom Grennan
Der englische Popmusiker zerbricht sich nicht den Kopf, sondern genießt mit seinem neuen Album „What Ifs & Maybes“ lieber das Leben.
Tom Grennan, im englischen Bedford geboren und mittlerweile gemeinsam mit der Freundin in London lebend, ist keiner dieser Menschen, die alles immer in Grund und Boden durchdenken müssen. Insofern ist es wenig verwunderlich, dass der 27-jährige Sänger und Songschreiber die Dinge auch in seinen Liedern gern schnörkellos und mit so wenig Firlefanz wie möglich auf den Punkt bringt. Über „All These Nights“, die erste Nummer auf „What Ifs & Maybes“, Grennans drittem Album nach „Lightning Matches“ (2018) und der UK-Nummer-1 „Evering Road“ (2021), könnte er also theoretisch irgendwelche romantischen Litaneien loswerden, während er beim Gespräch im Berliner Büro seiner Plattenfirma auf dem Sofa herumfläzt, doch er entscheidet sich für den direkten Weg.„Der Song dreht sich um Sex“, sagt Tom mit einem mehr als nur angedeuteten Grinsen. „Es geht einfach darum, die Wärme eines anderen Körpers zu spüren und um das euphorische Gefühl, miteinander zu verschmelzen. Es steckt nichts weiter hinter dem Lied, als dass ich darin über Spaß, Geilheit und Leidenschaft singe.“
Eigentlich hatte Tom Grennan ja gar nicht vorgehabt, einmal als Popstar durch die Welt zu ziehen. Der ursprüngliche Plan lautete: Fußballprofi. „Ich hatte als Junge diesen Traum, und ich war gut. Aber nicht gut genug.“ Als mit 16, 17 absehbar wurde, dass es für eine der ersten Ligen nicht reichen würde, orientierte sich der Teenager um und begann nach der Schule ein Schauspielstudium in London. Doch dann, mit 18, die nächste Kehrtwende. Tom trat, unterstützt von ein paar Bier, in seinem Heimatort im Pub „The Bear“ auf, wo er bis heute hin und wieder anzutreffen ist, die Eltern leben nach wie vor in Bedford. „Ich hätte vorher nicht geglaubt, wie viel Spaß mir das Singen macht, doch ich fand tatsächlich sehr schnell heraus, dass ich es liebe“, sagt Grennan. Also nimmt er sich der Sache intensiver an und landet 2016 einen ersten Hit als Gaststimme auf der Chase & Status-Single „All Goes Wrong“. Für ihn nicht, denn ab da läuft es immer besser für den unbeschwerten Burschen mit der ausdrucksstarken Stimme. „Ich habe zwei Eigenschaften, die mir geholfen haben, Fuß zu fassen“, so Tom. „Ich bin ein neugieriger Mensch, der immer wissen möchte, was sich hinter der nächsten geschlossenen Tür verbirgt. Und ich bin ziemlich selbstbewusst und habe ein großes Mundwerk. Ich war nie jemand, der Angst hat vor großen Auftritten oder überhaupt vor Menschen. Ich mag die Aufmerksamkeit.“
Dass die neuen Songs, die mit ihren mitreißenden Melodien niemanden unberührt lassen, im Hinblick auf mögliche Stadionshows komponiert wurden, gibt er sehr gern zu. „Ja, klar ist das so. Ich will alle wegblasen mit meiner Musik. Ich habe nicht vor, so zu tun, als sei ich ein bescheidener Junge.“ Die neuen Songs wie „Remind Me“ oder die neue Single „Here“ klingen entsprechend motivierend und mitreißend und stehen damit in bester Tradition von „Little Bit of Love“, also dem Song, mit dem Tom Grennan vor zwei Jahren der große Durchbruch gelang. „Als das Lied explodierte, war gerade voll Corona und ich lümmelte auf dem Sofa bei meinen Eltern, wo ich zu der Zeit wieder eingezogen war, um nicht so allein zu sein, und verfolgte sozusagen im Liegen, was plötzlich passierte.“ Das Feiern, sagt Tom Grennan, und lacht ein weiteres Mal, habe er inzwischen nachgeholt. „Aber ich trinke nicht mehr so viel wie früher und halte mich so gut ich kann von Drogen fern. Ich bin glücklich, so fit wie nie und freue mich auf einen richtig fröhlichen Sommer.“ *Interview: Steffen Rüth www.tomgrennanmusic.com

