Foto: M. Rädel
So reizvoll die oft schneeverhangenen, klirrend klaren Wintertage Berlins auch sein mögen – spätestens im März meldet sich ein anderes Bedürfnis: Licht, milde Luft, ein Draußen ohne schneidenden Wind. Der Frühling verschiebt die Gewichte. Plötzlich wirkt es fast verschwenderisch, die hellen Stunden zu verschlafen, nur um sich nachts im Halbdunkel der Kneipen und Klubs zu verlieren.
Warum die Begegnungen auf die späten Stunden verlegen, wenn der Tag selbst schon Bühne genug ist? Wer jetzt noch bis in den Nachmittag hinein schläft, verpasst nicht nur Zeit, sondern Atmosphäre. Es ist ja nicht Unkenntnis, die einen drinnen hält – vielmehr eine Frage der Gewohnheit. Dabei liegt es nahe, das Leben nach draußen zu verlegen: ins Licht, ins Offene, dorthin, wo Gespräche nicht erst unter Kunstbeleuchtung entstehen müssen und ein Lächeln auch ohne Stroboskop seinen Weg findet. Wir haben hier ein paar Tipps für dich.
Soft Opening vom Badeschiff! Am Samstag, den 2. Mai, sowie am Sonntag, den 3. Mai, jeweils von 12 bis 16 Uhr, öffnet das Badeschiff an der Arena (Eichenstraße 4). seine Pforten. Der Pool selbst bleibt vorerst unberührt, beinahe wie ein Versprechen auf später. Doch der Eintritt ist frei, die Bar bereits in Betrieb. Schön.
Kaiserliche Pracht und Strandkörbe unter Palmen: Als eine der ersten ihrer Art etablierte sich die Strandbar Mitte bereits 2002 am Ufer der Spree und brachte damit ein Stück südliche Leichtigkeit in die bis dahin eher nüchtern gedachte Berliner Flusslandschaft. Was einst als beinahe kühne Idee begann, hat sich längst in das kollektive Sommergedächtnis der Stadt eingeschrieben. Die coole Strandbar mit Blick auf die weltberühmte Museumsinsel ist auch ein schöner Ort für ein kleines Picknick.
Bullerbü?! Der Holzmarkt 25 erzählt eine jener Berliner Geschichten, in denen sich Improvisation und Vision beinahe beiläufig verbinden. Wo einst eine Brache das Spreeufer säumte, hat sich durch eine Form von Stadtentwicklung, die weniger von oben verordnet als von unten gewachsen ist, ein eigenwilliges Quartier entfaltet: 12.000 Quadratmeter, die sich nicht festlegen lassen wollen. Hier wird gearbeitet, gefeiert, gebaut, verworfen und neu gedacht; (auch queere) Kultur entsteht nicht als Programmpunkt, sondern als Zustand. Zwischen Werkstätten, Bühnen und Freiflächen mischt sich das Kreative mit dem Alltäglichen, und selbst die Stadtnatur scheint Teil dieses offenen Experiments zu sein. Das Gelände bleibt vom frühen Morgen bis in den späten Abend zugänglich.
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