Am 18. August wird die Berliner Columbiahalle zur Bühne für einen Abend, der Musik und Solidarität zusammenbringen will. Unter dem Motto „Fresse auf für queere Freiheit“ versammeln sich dort sechzehn Acts, um Spenden für queere Projekte zu sammeln – und zugleich der Opfer des islamistischen Anschlags am Rande des Berliner Christopher Street Days zu gedenken.
Auf der Bühne stehen unter anderem Herbert Grönemeyer, Ikkimel, Badmómzjay, Juju, Apsilon, Blond, Ebow, Domiziana, Ceren, Soho Bani, OG Lu, Mariybu, Siovo, Keshia, Ayca und Baran Kok. Durch den Abend führt Barbie Breakout. Es ist ein bemerkenswert breites Aufgebot, das musikalische Grenzen ebenso überschreitet wie Generationen und Szenen. Was sie verbindet, ist an diesem Abend weniger ein gemeinsamer Sound als eine gemeinsame Haltung.
Der Anlass ist ein Angriff, der den Berliner CSD am 25. Juli überschattete (wir berichteten). Nach Angaben der Polizei fuhr ein 21-Jähriger gegen 22 Uhr im Bereich des Tiergartens in eine Menschenmenge; weitere Menschen wurden demnach mit Stichwerkzeugen verletzt. Eine Frau starb, 31 Menschen wurden verletzt. Am folgenden Tag spürten Spezialeinsatzkräfte den Tatverdächtigen in einer Gartenkolonie in Spandau auf. Laut Polizei griff er die Beamten mit einer Stichwaffe an, woraufhin diese schossen. Der Täter starb noch am Ort.
Dass auf Gewalt nun ein Abend der Musik und des Spendens folgt, ist dabei mehr als eine symbolische Geste. Organisiert wurde das Benefizkonzert von dem Rapper Baran Kok, der die Künstlerinnen und Künstler persönlich einlud. Auf Instagram brachte er den Gedanken hinter der Veranstaltung in einem Satz auf den Punkt: „Das ganze Gelaber bringt nix ohne Spenden.“ Es ist eine bewusst direkte Botschaft. Wo nach einem Anschlag schnell die üblichen Bekundungen von Solidarität, Betroffenheit und Zusammenhalt folgen, soll hier etwas Konkretes entstehen: Geld für jene, die queere Freiheit nicht nur auf der großen Bühne verteidigen, sondern sie im Alltag ermöglichen müssen, etwa die Schwulenberatung wird unterstützt werden. Einlass in der Columbiahalle ist um 18 Uhr. Update: Die Show ist mittlerweile ausverkauft.
Besuch uns auf Instagram:
