Foto: Oliver Otto Rednitz
Mit seiner neuen Ausstellung „Berlin Art Week Deconstructed: Intervention in Time & Space“ nimmt Oliver Otto Rednitz die visuelle Oberfläche der „Berlin Art Week“ beim Wort und auseinander. Was gewöhnlich als großformatige Bild- und Werbesprache den öffentlichen Raum schmückt, um zu informieren und zu werben, wird bei ihm zum Rohstoff einer künstlerischen Gegenbewegung.
Die offiziellen Werbeplakate werden auf DIN A2 zerschnitten, ihrer ursprünglichen Ordnung beraubt und mit Motiven aus Rednitz’ Plakatserien „HELDENREISE“ und „GIPFELTREFFEN“ sowie aktuellen „PAPERWORX“ konfrontiert. Aus diesem Spiel mit Fragmenten, Brüchen und Überlagerungen entsteht eine rund 4,6 × 1,8 Meter große Wandarbeit – weniger ein klassisches Bild als eine visuelle Montage, in der sich die Grenzen zwischen Werbung, Kunstvermittlung und autonomer künstlerischer Praxis auflösen.
Das Entscheidende geschieht dabei nicht allein mit dem Bild, sondern mit seinem Status: Das offizielle Erscheinungsbild der „Berlin Art Week“ wird aus seiner Funktion gelöst und zum Material seiner eigenen Dekonstruktion. Was zuvor Aufmerksamkeit lenken sollte, wird zerlegt; was Eindeutigkeit versprach, gerät ins Rutschen. Aus dem Instrument der Kunstkommunikation wird Kunstkommunikation als Material. Präsentiert wird die Intervention von der Galerie Versus offen, frei und mobil im öffentlichen Raum. Dort kehrt das zerlegte Bild an den Ort zurück, an dem es einst für die Berlin Art Week geworben hat – verändert, überlagert und seiner ursprünglichen Eindeutigkeit entzogen.
10.9. – 13.9., „Berlin Art Week Deconstructed: Intervention in Time & Space“ – Haus der Liebe – Kunst-Werke-Berlin, Auguststraße 69, U Weinmeisterstraße, die Vernissage am 10.9. beginnt um 18 Uhr
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