Foto: Stephen Storm, Literaturmuseum Den Haag
Marlow Moss,1938
Mit der Ausstellung „Räume schaffen. Die Konstruktivistin Marlow Moss“ tritt eine Künstlerin ins Licht, die allzu lange im Halbschatten der Kunstgeschichte verharrte: Marlow Moss (1889 – 1958), deren strenge, zugleich überraschend sinnliche Formensprache den Kanon der abstrakten Moderne leise, aber nachhaltig verschoben hat. Dass ihr Werk nun erstmals in Deutschland in dieser Dichte zu sehen ist, wirkt wie eine verspätete, dafür umso entschiedenere Geste der Anerkennung.
Im Zentrum von „Räume schaffen. Die Konstruktivistin Marlow Moss“ stehen Moss’ Skulpturen – präzise gesetzte Linien im Raum, die weniger Volumen behaupten als vielmehr Beziehungen stiften: zwischen Fläche und Leere, Spannung und Gleichgewicht. Diese Arbeiten sprechen nicht nur aus ihrer Zeit, sie öffnen sich auch für die Gegenwart.
Denn die vom 2. April bis zum 26. Juli laufende Ausstellung im Georg Kolbe Museum bringt Moss in ein vielstimmiges Gespräch mit Künstler*innen von heute: Leonor Antunes, Tacita Dean, Florette Dijkstra und Ro Robertson greifen ihre formalen und konzeptuellen Fragestellungen auf, verschieben sie, widersprechen ihnen, führen sie weiter. So entsteht kein historisches Tableau, sondern ein lebendiger Resonanzraum, in dem sich die Idee von Konstruktion selbst als etwas Offenes erweist – als ein Prozess, der sich fortschreibt. Die Eröffnung, begleitet von den Stimmen der Kuratorinnen und der Direktorin, setzt den Ton für eine Ausstellung, die weniger abschließt als vielmehr beginnt: ein Nachdenken darüber, wie Räume entstehen – und wer in ihnen sichtbar wird. georg-kolbe-museum.de
